Presse - Oktober 2017

pwc-wissen.de, 15.10.2017

PwC-Bevölkerungsbefragung 2017: Gesundheitsversorgung auf dem Prüfstand

Quelle: pwc-wissen.de – Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) hat die aktuelle „Bevölkerungsbefragung: Wünsche an das Gesundheitssystem September 2017“ veröffentlicht. Die Studie ist das Ergebnis der Befragung von 1.000 Bundesbürgern  und spiegelt die Meinungen und Einschätzungen zu den Themen Gesundheitsversorgung und Gesundheitssystem wider.

Demnach sind 75 Prozent der Befragten zufrieden mit der medizinischen Versorgung. Unter den privat Versicherten liegt der Anteil sogar bei rund 90 Prozent. Auch das Vertrauen in das Gesundheitssystem ist bislang sehr hoch. „Die Ergebnisse unserer Studie belegen, dass Patienten nach wie vor hohes Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem haben“, bilanziert Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen und Pharma bei PwC in Deutschland. „Dennoch sehen die Versicherten klar die Probleme, wie unsere Befragung zeigt: die langen Wartezeiten auf Facharzttermine, die medizinische Unterversorgung in ländlichen Regionen und den Fachkräftemangel bei Ärzten und Pflegern. Diesen Herausforderungen muss sich der Gesundheitssektor dringend stellen.“

Wie die PwC-Befragung auch ergab, hat die Einschätzung vom Nutzen telemedizinischer Anwendungen derzeit noch ausbaufähige Priorität bei den Befragten:

  • Die Digitalisierung zählt nur für jeden Achten zu einem der drei Felder mit dem größten Handlungsbedarf im deutschen Gesundheitswesen. Wichtiger sind den Deutschen die Gewinnung und Bindung von Pflegepersonal (43%) und vor allem die Sicherung der Versorgung, z. B. schneller Zugang zu Terminen bei Fachärzten (58%) oder Sicherung der ärztlichen Versorgung (47%) und Krankenhäuser (30%) in ländlichen Regionen.
  • Auch wenn die Digitalisierung im Gesundheitsbereich nicht zu den Top-Aufgaben gehört – genutzt würden digitale Angebote allemal. Knapp ein Drittel der Deutschen könnte sich den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Diagnostik vorstellen, jeder Vierte immerhin eine Online-Videosprechstunde mit einem Arzt. Das beliebteste Angebot ist allerdings die elektronische Patientenakte. Die Einführung dieses Instrumentariums wird von 60 Prozent begrüßt. Hauptvorteile der elektronischen Patientenakte sind aus Sicht ihrer Befürworter der bessere Austausch zwischen den Leistungserbringern und die Zeitersparnis. Die Gegner haben vor allem Sorge wegen des Datenschutzes und möglichen Missbrauchs. So fordern knapp neun von zehn Deutschen einen besseren Schutz von Patientendaten bei den Leistungserbringern und Krankenversicherungen und nehmen auch die Politik in die Pflicht.

Die „Bevölkerungsbefragung“ steht als kostenloser Download im PDF-Format zur Verfügung.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e.V. (DGTelemed) engagiert sich für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Sie hat das Ziel, relevante Akteure und Institutionen im Gesundheitswesen zur Unterstützung und Gestaltung innovativer telemedizinischer Lösungen zu vernetzen. Die Ergebnisse der PwC-Befragung zeigen, dass die elektronische Patientenakte sowie die Videosprechstunde von den Patienten befürwortet werden.

Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Vorstandsvorsitzender der DGTelemed, ist in seiner Rolle als Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen zugleich Konsortialführer des Innovationsfonds-Projekt TELnet@NRW, das sich u.a. dem Ziel widmet, ländliche Regionen mit universitärer Spitzenmedizin zu versorgen. In den Bereichen Infektiologie und Intensivmedizin wird im Projekt ein Netzwerk aufgebaut, in dem sich Ärztinnen und Ärzte verschiedener Krankenhäuser und Arztpraxen per Videokonferenz gemeinsam über die Therapie von Patienten austauschen können.