News 2018

Lockerung des Fernbehandlungsverbots – Ein wichtiger Grundstein für die Telemedizin in Deutschland

Mai, 2018

 

Führende Telemedizin-Experten begrüßen lang geforderte Entscheidung des Ärztetages

 

Berlin, 11. Mai 2018 – Mit großer Mehrheit hat der Deutsche Ärztetag am Donnerstagmorgen für die Lockerung des Fernbehandlungsverbots gestimmt. Damit wurde nun der Grundstein für eine ausschließliche ärztliche Behandlung aus der Ferne gesetzt, denn die Berufsordnung untersagte Ärzten bis jetzt noch immer die ausschließliche telemedizinische Leistungserbringung. So waren beispielsweise Videosprechstunden lediglich für Verlaufskontrollen bei bekannten Patienten möglich. Die neue Regelung in der Musterberufsordnung der Ärzte (MBO-Ä) sieht künftig vor, dass Ärzte „im Einzelfall“ auch bei ihnen noch unbekannten Patienten eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien vornehmen dürfen. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) begrüßt diese lange geforderte Entwicklung, sieht jedoch auch weiteren Handlungsbedarf, damit die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter voran schreiten kann.

 

Es war ein langer, mühseliger Weg, der der Entscheidung des Deutschen Ärztetages voranging. Spätestens seit dem Deutschen Ärztetag 2017 wurden die Stimmen nach einer Lockerung des Fernbehandlungsverbots jedoch immer lauter. Dass die Ärzteschaft sich nun so eindeutig zu einer Mitgestaltung der Digitalisierung entschlossen hat, eröffnet neue Wege in der Patientenversorgung. Prof. Dr. med. Gernot Marx, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed), ist erfreut über die aktuellen Entwicklungen, weist jedoch auch darauf hin, dass noch viele wichtige Meilensteine bevorstehen: „Die DGTelemed fordert und engagiert sich bereits seit Jahren für eine Lockerung des Fernbehandlungsverbots, deshalb freut uns diese Entscheidung sehr. Trotzdem dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass z. B. viele Leistungen nicht abrechnungsfähig sind. Auf dem Weg zu einem gut funktionierenden digitalen Gesundheitswesen gibt es noch viel zu tun“

 

„Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots schafft Rechtssicherheit für die Ärzte und damit neue Möglichkeiten. Wir haben in Deutschland zukunftsweisende Lösungen und Projekte, denen der Schritt in die Regelversorgung nun erleichtert wurde. Ich glaube auch, dass sich viele Ärztinnen und Ärzte nun viel intensiver mit den digitalen Möglichkeiten beschäftigen werden, da eine rechtliche Hürde genommen wurde.“, so DGTelemed Vorstandsmitglied Rainer Beckers.

 

Mit der Lockerung des Fernbehandlungsverbots ist also ein wichtiger Stein ins Rollen gekommen, der den Weg für innovative Lösungen in unserem Gesundheitssystem ebnen wird. Hinsichtlich der Tatsache, dass der Koalitionsvertrag in Nordrhein-Westfalen die Themen Videosprechstunde und Telemonitoring in seiner Agenda verankert hat, dürfen wir gespannt auf zukünftige Entwicklungen schauen.

 

Hier finden Sie die Pressemitteilung.