News 2008

Praxisseminar Telemedizin in Eberswalde

24.04.2008, Eberswalde/Brandenburg

Die Gesundheitswirtschaft in Berlin-Brandenburg umfasst bei etwa 374.000 Beschäftigten eine Bruttowertschöpfung von ca. 13 Mrd. €, das sind über 10 % der gesamten Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsleistung. Allein in Berlin weist die Gesundheitswirtschaft ein jährliches Umsatzvolumen von etwa 17 Mrd. € auf. Etwa 7.800 Beschäftigte der Medizintechnik im engeren Sinne erwirtschafteten in Berlin-Brandenburg einen Umsatz von rund 1 Mrd. €. Durch den immer stärkeren Einfluss von Informationstechnologien in allen Teilen des Gesundheitssystems gewinnt der telemedizinische Markt für Medizintechnik- und IT-Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Gemäß Datenbanken der TSB Medici Berlin und der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) bieten etwa 100 Unternehmen in der Region Produkte und Dienstleistungen in der medizinischen Informatik und Telemedizin an. Daneben engagieren sich zahlreiche Kliniken und Forschungseinrichtungen in telemedizinischen Projekten.
Als Handlungsfeld „Medizintechnik und Telemedizin“ im übergeordneten Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg wurde Telemedizin durch die Landesregierungen der Länder Berlin und Brandenburg auch als zentrales Kompetenzfeld für die Entwicklung der regionalen Gesundheitswirtschaft definiert. Gemeinsames Ziel beider Länder ist die fortschreitende Zusammenführung von Berliner und Brandenburger Aktivitäten zu einem Kompetenz-Cluster für telemedizinische Anwendungen. Vor diesem Hintergrund fand am 24.04.2008 in Eberswalde ein gut besuchtes Seminar „Telemedizin in der Praxis – Anwendungsmöglichkeiten in strukturschwachen Regionen“ statt. Referenten und Teilnehmer diskutierten über  Möglichkeiten und Potenziale der Anwendung telemedizinischer Lösungen im Flächenland Brandenburg. So wurde z. B. das Telemedizinzentrum Brandenburg (Prof. Dr. Oeff), das Pomerania – Projekt (Prof. Dr. Hosten, Greifswald) und das Forschungs- und Entwicklungsprojekt Partnership for the Heart (Dr. Köhler, Charité Berlin) vorgestellt. Weitere Themen behandelten die Anwendung von Telemedizin in der Radioonkologie, eine Potenzialanalyse der ZAB Brandenburg als aktuelle Bestandsaufnahme sowie Schlafapnoe unter dem Gesichtspunkt einer flächendeckenden Anwendung einer Brandenburger Projektidee. Die Veranstaltung wurde unterstützt vom Nordbrandenburgischen Onkologischer Schwerpunkt e. V., der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin, Landesverband Brandenburg, der Deutsch-Polnische Gesundheitsakademie und dem Klinikum Barnim GmbH Werner Forßmann Krankenhaus Eberswalde.