News 2009

Spezialisierte Behandlung - Telemedizin kann die Folgen des Schlaganfalls mindern

05.02.2009

Die Amerikanische Schlaganfall-Gesellschaft berichtet Ende 2008 über eine deutsche Studie, die durch eine Arbeitsgruppe um PD Dr. med. Heinrich Audebert, Charité Universitätsmedizin Berlin, erarbeitet wurde. Die Studie zeigt, dass Patienten nach Schlaganfall mit signifikant geringerer Häufigkeit  Tod und Pflegebedürftigkeit erleiden, wenn sie in einer spezialisierten Schlaganfall-Einheit mit telemedizinischer Unterstützung behandelt wurden anstatt ohne spezialisierte Einheit. Die Unterschiedlichkeit der Behandlungsresultate bleibt erhalten, wenn der Vergleich zwei Jahre nach dem Auftreten des Schlaganfalls vorgenommen wird. Damit wird die Nachhaltigkeit der spezialisierten Behandlung belegt. Die Studie erweitert die bisherige Aussage über den Nutzen der Behandlung durch spezialisierte Schlaganfall-Einheiten. Die bisherige Aussage war durch den Vergleich beider Vorgehensweisen anhand des Zustandes der Patienten drei Monate nach dem Auftreten ihres Schlaganfalls belegt worden. Die neue Aussage anhand des Zustandes der Patienten mehr als zwei Jahre nach dem Auftreten ihres Schlaganfalls verweist auf die hohe Stabilität des Behandlungserfolgs. Wesentlicher Bestandteil der Behandlung in der spezialisierten Schlaganfall-Einheit entsprechend dem Konzept von Herrn Audebert ist die Anwendung von Telemedizin. Damit eröffnet sich für viele kommunale Krankenhäuser die Möglichkeit, Patienten mit Schlaganfall zu behandeln. Die Telemedizin stellt Verfahren zum Austausch von Informationen und Daten unabhängig von der realen Örtlichkeit bereit und erspart den Transport der Patienten unter Zeitdruck. Das telemedizinische Projekt für Integrierte Schlaganfallbehandlung TEMPiS bot einmal mehr die Gelegenheit, Durchführbarkeit und Potenzial spezialisierter Schlaganfallbehandlung im Süd-Osten Deutschlands zu belegen und demonstrierte die Zusammenarbeit zwischen akademischen Schlaganfall-Zentren und kommunalen Krankenhäusern. Die Studie umfasste 3060 Patienten aus fünf kommunalen Krankenhäusern. 1938 Patienten wurden in TEMPiS-Krankenhäusern behandelt und 1122 Patienten in üblichen kommunalen Krankenhäusern. Die Patienten aus TEMPiS-Krankenhäusern wiesen eine um 35% geringere Wahrscheinlichkeit auf, in der Beobachtungszeit von 12 Monaten zu versterben oder pflegebedürftig zu werden, als die Patienten aus üblichen Krankenhäusern.