News 2010

DGTelemed jetzt mit Landesverband in Bayern

30.09.2010, Ebersberg

Landesverband Bayern gegründet
Wolfgang Loos (2.v.re.), Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin, beglückwünscht Willi Daniels (2.v.l.) zu seinem neuen Amt. Links im Bild Hans Leonhard Schneider, Ärztlicher Direktor der Kreisklinik, re. Klinik-Geschäftsführer Stefan Huber.

Seit sieben Jahren läuft in der Kreisklinik im Bereich der Schlaganfallbehandlung das Projekt „Telemedizin“. Nun wurde in Ebersberg eine professionelle Interessensvertretung der Telemedizin für ganz Bayern gegründet. Ihr Sprecher ist Willi Daniels.
In den vergangenen Wochen ist Willi Daniels aus Steinhöring viel herum gekommen. Bundestag, Kanzleramt, Politikerfrühstück in Ebersberg. Am Mittwoch wurde Daniels dann zum Sprecher des neu gegründeten Landesverbandes Bayern der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin gewählt.
Das lag nicht etwa nur daran, dass es keinen Gegenkandidaten gab, sondern dass Daniels eine gute Wahl für diese Position ist. Der Steinhöringer besitzt gute politische Kontakte, sorgt immer wieder für Öffentlichkeit im Bereich der Patientenversorgung. Nicht zuletzt durch Projekte, in denen er mit einer Hotelkette zusammen ein Anti-Schlaganfall-Menü auf den Weg bringt, Handys und Computer sammelt für Schlaganfallpatienten oder offene Briefe an die Kanzlerin und den Gesundheitsminister verschickt. „Öffentlichkeit erregen ist äußerst wichtig. Im Palliativbereich etwa besteht seit Jahren der gesetzliche Anspruch auf ambulante Versorgung zuhause“, berichtet der ehemalige Geschäftsstellenleiter einer gesetzlichen Krankenversicherung. Umgesetzt worden sei da bislang aber wenig.
„80 Prozent der Leute sterben nicht in ihrem Haus, auch wenn sie das eigentlich wollten“, so Daniels. Würde die Telemedizin so umgesetzt, wie es sich die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin vorstellt, könnten diese Patienten mit Hilfe einer Schwester in ihren eigenen vier Wänden betreut und behandelt werden. Per Computer und Videoübertragung könnte der Arzt zugeschaltet werden, den Patienten begutachten. Prinzipiell soll laut Daniels die Telemedizin dafür sorgen, dass vor allem Patienten in ländlichen Regionen eine bestmögliche medizinische Versorgung erhalten. Zudem entstünde durch eine Zusammenführung von Spezialisten aus ganz Deutschland, die sich über die richtige Behandlung eines Patienten unterhalten, ein großes Weiterbildungspotential.
Der Steinhöringer, der im Stiftungsrat der Deutschen Schlaganfall-Hilfe sitzt und dem Verein palliaHOMEmed vorsitzt, ist ein gebranntes Kind. 1997 erlitt Willi Daniels einen Schlaganfall. Seitdem engagiert er sich in verschiedenen Projekten und Stiftungen für die Prävention und Behandlung von Patienten. Für den bayerischen Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin sieht er viele Aufgaben.
Quelle: merkur-online.de, 30.09.2010