News 2014

Neue Leitung des BMG und ein umfassendes Arbeitsprogramm
Erwartungen der DGTelemed an den neuen Gesundheitsminister

Januar 2014, Berlin

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung liegt vor, damit ergibt sich auch für den neuen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und seine Staatssekretäre ein umfassendes Arbeitsprogramm. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin geht mit Optimismus in das neue Jahr, denn es gibt sehr viel zu tun, um die Herausforderungen – vor denen das deutsche Gesundheitswesen vor allem in ländlichen Regionen steht – auch mit Hilfe telemedizinischer Anwendungen zu meistern.

Dabei sind wir auf einem guten Weg, denn mit der e Health Initiative des Bundesgesundheitsministeriums konnten z. B. mit dem Referenz – Kriterienkatalog für Zukunftsprojekte/Version 2.0 und mit der Weiterentwicklung des Nationalen Telemedizinportals als Informations- und Unterstützungssystem Ergebnisse erreicht werden, die künftige telemedizinische Anwendungen erleichtern werden. Es bleibt zu hoffen, das die kontinuierliche Arbeit der im Trägerkreis der Initiative vereinten Organisationen – zu den auch die DGTelemed zählt – fortgesetzt werden kann.

Telemedizin ist aus dem medizinischen Alltag kaum mehr weg zu denken. Sie umfasst inzwischen nahezu alle medizinischen Fachgebiete. Allerdings ist auch festzustellen, dass die Verbreitung telemedizinischer Anwendungen zischen den Fachgebieten noch sehr variiert. Telemedizinische Schlaganfall- und Radiologienetzwerke haben sich in Bundesländern etabliert. Telemonitoring wird vor allem bei chronischen Erkrankungen (z. B. bei Diabetes, COPD oder Herzinsuffizienz) erfolgreich eingesetzt. Weitere telemedizinische Anwendungen werden entwickelt und erprobt und stehen vor der Einführung. Das damit verbundene Unterstützungs-, Einspar- und Qualitätssicherungspotential steht in Deutschland erst am Anfang. Schließlich wird mit der elektronischen Gesundheitskarte auch die nötige Telematikinfrastruktur kommen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass das Bundesgesundheitsministerium mit Nachdruck auf die zügige Umsetzung des gesetzlichen Auftrages zur Aktualisierung des Einheitlichen Bewertungsmassstabes drängt.

Die DGTelemed unterstützt den Beschluss der 86. Gesundheitsministerkonferenz aus dem vergangenen Jahr zur grundlegenden Novellierung der §§ 291a und 291b SGB V, insbesondere eine Neuregelung der Entwicklung und Einführung von (Fach-) Anwendungen sowie eine rechtswirksame Beteiligung der Länder bei wesentlichen Entscheidungen, hier insbesondere die Berücksichtigung neuer Anforderungen an das Gesundheitssystem, des technischen Fortschritts und der Erkenntnisse aus laufenden Projekten in den Ländern.

Auch der Beschluss der GMK zur stärkeren Förderung der Telemedizin für eine schnellere Überführung in die Regelversorgung wird mit Nachdruck unterstützt. Die demographische Entwicklung und die künftige Organisation der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen erfordern nicht nur politisches Handeln sondern auch praktische Umsetzung. Telemedizinische stationäre und ambulante Leistungen in der Regelversorgung werden dazu beitragen, die medizinische Versorgung auf hohem Niveau zu gewährleisten. Allerdings bedarf es dazu entschlossenem politischem Handeln.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin empfiehlt, gemeinsam mit Medizinischen wissenschaftlichen Fachgesellschaften daran zu arbeiten, dass für unterschiedliche telemedizinische Anwendungen in den jeweiligen medizinischen Fachgebieten Qualitätskriterien entwickelt werden, die den Nachweis von Evidenz unterstützen sollen. Als Beispiel in diesem Zusammenhang kann die Deutsche Schlaganfallgesellschaft erwähnt werden, die auf diesem Wege konsiliarische Leistungen in telemedizinischen Schlaganfall-Netzwerken in die Regelversorgung überführt haben.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin versichert dem neuen Gesundheitsminister, mit Engagement an der Umsetzung der vielfältigen Aufgaben im Rahmen der Möglichkeiten mit zu wirken und bietet dem Bundesgesundheitsministerium Unterstützung an.