News 2014

Telemedizin und Fernbehandlung

März, 2014

Telemedizin überwindet räumliche Distanzen durch Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien: Ärztliche Expertise ist damit standortunabhängig und weltweit verfügbar. Vorteile ergeben sich damit v.a. für ländliche Regionen, in denen in den nächsten Jahren Ärzte fehlen werden und der Weg zum Facharzt weiter werden wird. Telemedizin aber darf und wird ärztliche Expertise nicht ersetzen, sondern muss gerade in strukturschwachen Gebieten Anwendung finden, wo ärztliche Kompetenz nicht vorhanden ist, aber benötigt wird. Telemedizin ist aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken: Telemedizinische Schlaganfall- und Radiologienetzwerke haben sich in Bundesländern etabliert, Telemonitoring v.a. von chronisch Kranken wird erfolgreich eingesetzt; schließlich wird mit der elektronischen Gesundheitskarte auch die dringend nötige Telematikinfrastruktur kommen. Missverständnisse entstehen aber nach wie vor durch das sogenannte Fernbehandlungsverbot, das letztlich nur als ein „Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung“ zu verstehen ist. Es soll sicherstellen, dass Diagnostik und Behandlung in persönlichem Kontakt erfolgen. Rechtliche Grundlage ist § 7, Absatz 4 der Berufsordnung Ärzte. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin vertritt den Standpunkt, dass es längst überfällig ist, diese Regelung der aktuellen Entwicklung anzupassen.

Die Bundespolitik hat das offensichtlich erkannt und zunächst entsprechende gesetzliche Regelungen verabschiedet bzw. im Koalitionsvertrag Ziele zur Förderung von Telemedizin v.a. in ländlichen Regionen verankert. Diagnostik, Konsile, Konsultationen mittels Telemedizin werden in absehbarer Zeit auch in Deutschland Alltag werden.