News 2014

Positive Effekte durch Telemedizin

10.12.2014

Am Rande des 5. Nationalen Fachkongresses Telemedizin im November 2014 wurde in Berlin eine aktuelle Studie des Instituts für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald mit überaus positiven Auswirkungen vorgestellt. Die AOK hatte die Studie in Auftrag gegeben, um die Wirksamkeit  des Programms „AOK-Curaplan Herz Plus“ wissenschaftlich prüfen zu lassen. Die Ergebnisse zeigen eine positive Auswirkung des Programms, sowohl hinsichtlich der medizinischen als auch gesundheitsökonomischer Effekte. So konnte die Analyse nachweisen, dass eine gut strukturierte telemedizinische Betreuung in dem Programm nachweislich die Überlebenswahrscheinlichkeit der teilnehmenden Versicherten in den ersten zwei Jahren nach Teilnahmebeginn erhöht. Bei Patienten, die aktiv an AOK-Curaplan Herz Plus teilnahmen, zeigte sich eine bis zu 70 Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als bei Nichtteilnehmer. Darüber hinaus konnten positive wirtschaftliche Effekte nachgewiesen werden. Dabei liegen die Einspareffekte insbesondere in der Sensitivitätsanalyse deutlich über den Programmkosten.
Ziel des Programms  AOK-Curaplan Herz Plus ist, Zeichen einer drohenden kritischen Verschlechterung der Herzschwäche, einer sogenannten Dekompensation, rechtzeitig zu erkennen und sofort intervenieren zu können. So werden die Patienten noch in der regulären ambulanten Versorgung wieder stabilisiert und Krankenhausbehandlungen vermieden. Das Konzept besteht dabei grundsätzlich aus zwei wichtigen Säulen: der individuellen telefonischen Beratung und Betreuung der Patienten sowie der telemedizinischen Überwachung von Zeichen und Beschwerden der Herzinsuffizienz. 
Mittlerweile sind mehr als 3.000 Versicherte der AOK Nordost in das Programm eingeschrieben. AOK-Curaplan Herz Plus‘ wird von der AOK Nordost gemeinsam mit der Gesellschaft für Patientenhilfe,  und dem Unfallkrankenhaus Berlin durchgeführt. Die AOK Nordost hatte zusammen mit der DGP die Wirksamkeit ihres Programms bereits in der Vergangenheit durch eigene Analysen und Patientenzufriedenheitsbefragungen gemessen und positive Ergebnisse ermittelt. So ergaben diverse Befragungen, dass die teilnehmenden Patienten sich im Programm gut betreut und damit auch sicherer fühlen.

Fazit: Telemedizin im Betreuungsalltag erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit für herzschwache Patienten. Herzpatienten, die telemedizinisch betreut werden, haben bessere Überlebenschancen und müssen seltener ins Krankenhaus. Sie können Befunde wie etwa Gewicht, Blutdruck oder auch EKG dem behandelnden Arzt elektronisch übermitteln, der bei Bedarf die Therapie anpasst. „Ich denke, dass Patienten dank Telemedizin mehr auf sich achtgeben, weil sie sich besser betreut fühlen", so Dr. Neeltje van den Berg vom Greifswalder Institut für Community Medicine und Vorstandsmitglied der DGTelemed, die  maßgeblich an der Studie mitgewirkt hat und so die positiven Auswirkungen nachweisen konnte. Die Gesellschaft für Patientenhilfe und Mediziner des Unfallkrankenhauses Berlin engagieren sich seit mehreren Jahren in der DGTelemed.