News 2019

Hecken fordert Offenlegung des Algorithmus für medizinische Anwendungen

26. September 2019

Quelle: aerzteblatt.de – Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA), fordert, dass Start-up-Unternehmern, deren Produkte durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet werden sollen, ihre Algorithmen öffentlich machen: „Eine Blackbox darf es nicht geben. Wer etwas zulasten der Krankenkassen verordnungs­fähig machen will, muss einen Nachweis auf Basis eines Whitebox-Tests vorlegen“, so Hecken.

Hersteller von digitalen Anwendungen im medizinischen Bereich müssten außerdem gemäß des Digitale Versorgung-Gesetzes (DVG) darlegen, „auf welcher Basis eine An­wen­dung funktioniert, auf Basis welcher Leitlinie, welchem Lernprogramm und wie das bereits in der Versorgung getestet wurde. Und wer am Ende haftet“, betonte Hecken.

Hecken erklärte zudem, dass der G-BA nicht für die Bewertung von Apps in einer niedrigen Medizinprodukteklasse zuständig sein wird: „Wir haben viele Gespräche mit dem BMG ge­führt, dass wir die Rolle des G-BA bei der Bewertung von Hochrisikoprodukten sehen.“ Apps, welche in niedrigere Produktklassen eingeordnet werden, kämen für Hecken „auf keinen Fall“ zur Bewertung in Frage, „allein die Menge der Anwendungen hätte uns blockiert“.

Hecken sprach sich mit Nachdruck für die rasche Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) aus: „Die digitale Pa­tientenakte ist längst überfällig. Es wirkt antiquiert, dass wir noch so viel mit Papier ar­beiten und – sehr zugespitzt gesagt – noch das Faxgerät der Motor ärztlichen Wissens­austauschs ist.“