News 2021

Telemedizin: Neurologen bieten Palliativ-Teams digitale Unterstützung am Krankenbett

Quelle: aerztezeitung.de – Das Klinikum Agatharied ermöglicht ambulanten Pflegern und Hospizen, virtuell mit Neurologen Symptome zu besprechen. Zukünftig sollen alle Palliativ-Teams in Bayern das Angebot nutzen können.

Hospize und spezialisierte ambulante Palliativversorgungs-Teams (SAPV) können sich jetzt bei der Betreuung neurologisch erkrankter Patienten durch erfahrene Neuropalliativmediziner unterstützen lassen. Das Krankenhaus Agatharied im bayerischen Landkreis Miesbach hat gemeinsam mit fünf Konsortialpartnern das Projekt „TANNE“ ins Leben gerufen.

TANNE steht für „Telemedizinische Antworten auf Neuropalliative Nachfragen in Echtzeit“. Die SAPV-Teams und Hospize bekommen damit die Möglichkeit, rund um die Uhr per Video Kontakt zu den beiden Klinik-Neurologen Professor Stefan Lorenzl, Leiter der Abteilung Neurologie, und Oberärztin Dr. Christiane Weck aufzunehmen.

„Derzeit werden viele Patienten mit neurologischen Erkrankungen zu Hause oder im Pflegeheim versorgt, ohne dass fachspezifische Hilfe zur Verfügung steht. Das betrifft beispielsweise Patienten mit ALS, Parkinson, Demenz, MS“, sagt Christiane Weck. Die beiden Mediziner möchten mit TANNE den Schwerkranken ermöglichen, möglichst bis ans Lebensende zuhause versorgt werden zu können. Den Patienten würden damit unnötige Klinikaufenthalte erspart, auch Stress und Schmerzen durch den Transport fielen weg.

Ziel des auf drei Jahre angelegten Innovationsfondsprojekts ist es, die ambulante und hospizliche Versorgung neurologischer Patienten in einer palliativen Phase zu verbessern. Insgesamt können Fördermittel über 2,2 Millionen Euro beansprucht werden. Die bei der im April startenden Studie erhobenen Daten sollen helfen, TANNE in die Regelversorgung zu überführen. „Für die Studie benötigen wir insgesamt 225 Patienten, davon 150 Konsile und 75 Kontrollpatienten über den Zeitraum von 24 Monaten“, so Christiane Weck.

Mehr zum Thema