News 2021

Nordschwarzwald erprobt digitale Techniken für Gesundheitsversorgung

Quelle: aerzteblatt.de – Die Gesundheitsversorgung von Menschen im ländlichen Raum soll durch neue digitale Möglichkeiten verbessert werden, um eine patientenzentrierte, sektorenübergreifende medizinische Versorgung zu ermöglichen.

In diesem Sommer erproben dies verschiedene Partner in einer Modellregion im Nordschwarzwald. Wenn sich Ansätze als erfolgreich erweisen, sollen diese später auch auf andere Regionen übertragen werden. Die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg übernimmt die Koordination des Projekts „LeMeDaRT“.

Die Abkürzung steht für „Lean medical data: the right data at the right time“. In dem Projekt soll ein enges Netzwerk zwischen niedergelassenen Ärzten, Medizinischen Versorgungszentren, Universitätsklinika und nicht-ärztlichen Professionen der Gesundheitsversorgung entstehen.

Thomas Ganslandt, Leiter der Abteilung Biomedizinische Informatik am Zentrum für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD-BW) der Medizinischen Fakultät Mannheim, erläutert, dass Patienten sich bei ihren gesundheitlichen Problemen eine persönliche Ansprache wünschen, gerade auf dem Land sei der Weg zur nächsten Arztpraxis aber oft weit. Digitalisierung kann dabei helfen, Menschen zu verbinden – und damit die medizinische Versorgung zu verbessern.

Zunächst untersuchen die Verbundpartner von LeMeDaRT drei Konkrete Anwendungsfälle:

- „Vorbereitung und postoperative Begleitung von Krebspatienten“: Hier handelt es sich um eine engere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung

- „Infektionsüberwachung“: Hier geht es darum auf der Basis einer Risikoabschätzung eine Entscheidungshilfe im Pandemiefall zu entwickeln

- „Prävention und frühe Intervention bei Lebererkrankungen“: Hier soll die Prävention durch gezielte, digital gestützte Vernetzung von Gesundheitsteams, Hausärzten und Fachärzten optimiert werden.

LeMeDaRT ist einer von sechs „Digitalen FortschittsHubs Gesundheit“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat bis 2025 rund 50 Millionen Euro bereitgestellt. Die Fortschritts-Hubs sind ein Modul des Förderkonzepts Medizininformatik.

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