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Pressemeldung vom 02.11.2007

Der Innovationspreis Telemedizin 2007 ist vergeben

Das Projekt „Haemoassist™” - ein elektronisches Substitutionstagebuch, entwickelt von der Projektgruppe um die Leiter der Zentren für Hämostaseologie in Münster, Frankfurt und Berlin Dr. Hartmut Pollmann, Dr. Wolfgang Mondorf und Dr. Robert Klamroth – wird von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin in Berlin ausgezeichnet.

Berlin, 02.11.2007. Die Jury zur Bewertung der eingereichten Vorschläge hatte es nicht leicht. Nach langer Diskussion und vergleichender Bewertung erhielt das Institut für Thrombophilie und Hämostaseologie aus Münster den erstmals vergebenen Preis für das Projekt „Haemoassist”. Hinter dem Projekt verbirgt sich ein elektronisches Dokumentationssystem zur schnellen und einfachen Dokumentation von Behandlungsdaten in der Hämophilie-Therapie. Es stellt in Echtzeit Daten von Blutungsereignissen und deren Behandlung, die im Rahmen der sogenannten Heimselbstbehandlung durch den Patienten selbst vorgenommen wird, zur Verfügung. Das Projekt ermöglicht erstmals eine zeitnahe Überwachung der Substitutionstherapie und erlaubt somit eine enge Patientenführung. Die Laudatio anlässlich der Preisverleihung in der historischen Hörsaalruine der Charité Universitätsmedizin Berlin hielt Herbert Weber, Director Digital Health Group Intel® EMEA - Intel hatte den mit 5.000 Euro dotierten Preis gefördert. „Durch Haemoassist wird die Hämophilietherapie für Arzt und Patient gleichermaßen optimiert”, so Herbert Wehner in seiner Laudatio. Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns, Vorstandsvorsitzender der DGTelemed würdigte das Projekt „als Beitrag zur Qualitätsverbesserung in der Hämophilietherapie.

Erfolgreiches Pilotprojekt

Dass das Konzept eines elektronischen Substitutionstagebuchs in der Praxis umsetzbar ist, wurde bereits in einem Pilotprojekt der Studiengruppe Pollmann und Mondorf gezeigt. In diesem wurde der „Haemoassist™” über einen Zeitraum von 284 Tagen von zehn Patienten zwischen elf und 50 Jahren getestet. Sowohl die Patienten als auch die behandelnden Ärzte zeigten sich mit dem System zufrieden. Seitens der Ärzte wurden insbesondere die zeitnahen Hinweise auf mögliche kritische Ereignisse und die Evaluation der Therapie als Vorzüge gegenüber dem haptischen Substitutionstagebuch angegeben. „Haemoassist™” ist ein elektronisches Substitutionstagebuch, das auf einem PDA (Personal Digital Assistent) basiert. Das Gerät verfügt über eine einfache Menüführung, die es dem Hämophilie-Patienten ermööglicht, innerhalb von zwei bis drei Minuten alle vorgeschriebenen injektionsbezogenen Daten zu dokumentieren. Nach der Eingabe werden die Daten pseudonymisiert und SSL-verschlüsselt über Mobilfunk an eine gesicherte Datenbank übertragen, die zusätzlich mit Firewall geschützt ist. Der Arzt kann sich via Internet über einen passwortgeschützten Zugang in die Datenbank einloggen und erhält somit tagesaktuelle Informationen zur Therapie seines Patienten. Die übertragenen Informationen werden vom System zudem automatisch bewertet. Möglicherweise kritische Blutungsereignisse lösen so genannte Reminder aus, die den Patienten bitten, sich mit seinem Arzt in Verbindung zu setzen. Zusätzlich wird auch der behandelnde Arzt via Email über das Ereignis in Kenntnis gesetzt, wodurch er zeitnah eine Therapieanpassung vornehmen kann. Ein solcher Reminder wird beispielsweise bei drei aufeinander folgenden Blutungen an der gleichen Lokalisation, der vierten Blutung innerhalb eines Monats oder hohem Verbrauch an Gerinnungsfaktoren bei Blutungen ausgelöst.

Innovationspreis Telemedizin

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin vergibt jährlich in Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Unternehmen der Gesundheits-Branche und weiteren Partnern einen Innovationspreis Telemedizin. Mit diesem Preis werden Institutionen, Einzelpersonen oder interdisziplinäre Arbeitsgruppen bzw. Projektinitiativen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße in der Telemedizin verdient gemacht haben und deren Leistungen den Zielen der DGTelemed entsprechen. Der Preis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert.

Pressekontakt:

Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V.
Wolfgang Loos
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