Presse

EHEALTHCOM, Ausgabe Nr.1 Januar-Februar 2008, Seite 67

Grenzüberschreitende Kooperation

Die Österreichische Wissenschaftliche Gesellschaft für Telemedizin und eHealth (ASSTeH),  die Schweizerische Gesellschaft für Telemedizin und eHealth (SGTMeH) sowie die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) werden künftig enger zusammenarbeiten.
Die Eckpfeiler diese länderübergreifende Kooperation wurden in einem Letter of Intend (LOI) festgehalten, der im Dezember in Regensburg unterzeichnet wurde. Die Gesellschaften beabsichtigen, damit ihre Aktivitäten in der Telemedizin und eHealth grenzüberschreitend verstärkt zu koordinieren und sich in vielen Bereichen zu unterstützten. Informations- und Erfahrungsaustausch, die Formulierung von Empfehlungen und Ausbildungsrichtlinien für Fachpersonal, oder die fachliche Beratung von Politik und Verwaltung sind wesentliche Themen der künftigen Zusammenarbeit. Darüber hinaus sollen zusammen Veranstaltungen organisiert werden, die Gesellschaften werden verstärkt gemeinsam auf Kongressen und Messen auftreten und bei Publikationen kooperieren. Um die oben genannten Ziele zu erreichen, wird ein Team benannt, das den ständigen Kooperationsfluss zwischen den Gesellschaften aufrecht erhalten und detaillierte Vorschläge an die jeweiligen Vorstände zur Genehmigung unterbreiten wird. Mindestens alle sechs Monate ist ein Kooperationsmeeting abwechselnd in den beteiligten Ländern geplant, um die vertiefende Ausarbeitung des beabsichtigten gemeinsamen Programms zu erarbeiten. Die Gesellschaften erklären ihre Bereitschaft, mit allen Organisationen und Institutionen, die die Ziele und Inhalte dieser Vereinbarung anerkennen und unterstützten, zusammenzuarbeiten.

Drei Fragen an Wolfgang Loos

Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Die Idee entstand in Gesprächen während der TeleHealth im vergangenen Jahr in Hannover. Telemedizin ist auch ein internationales Thema, insofern ist es gut und richtig, dass die Fachgesellschaften für Telemedizin im deutschsprachigen Raum ihre Aktivitäten koordinieren.

Was erwarten Sie von der Kooperation?
Wir werden länderübergreifend den Informations- und Erfahrungsaustausch organisieren und den Mitgliedern der beteiligten Gesellschaften damit mehr Raum für Kontakte bieten. Wichtig wird sein, das Thema Qualität bei telemedizinischen Anwendungen in Zukunft stärker zu beachten. Auch die Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt, der alle drei Gesellschaften bewegt. Ein erstes Ziel wird sein, gemeinsam Best Practices für verschiedene Anwendungsgebiete der Telemedizin zu erarbeiten.

Wie wird es weiter gehen?
Ein nächstes Treffen wird in Österreich stattfinden. Hier werden die nächsten gemeinsamen Aktivitäten und Ziele für 2008 diskutiert und verabschiedet.

Positive Entwicklung fortsetzen

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) hat in seiner ersten Sitzung des Jahres 2008 die Eckpunkte der Arbeit für das neue Jahr und Ziele der weiteren Entwicklung der Gesellschaft beschlossen. Dabei soll die erfolgreiche Arbeit der vergangenen zwei Jahre fortgesetzt werden. Die Gesellschaft wird weiteren Zulauf erfahren. Es gibt erfreuliches Interesse an einer Mitwirkung in der Gesellschaft, das soll erweitert und ausgebaut werden. Wichtig ist die Zusammenarbeit und Kooperation mit  weiteren Institutionen und Gesellschaften, die Telematik und Telemedizin im besondern fördern und unterstützen. Hier werden bestehende Kooperationen vertieft und neue aufgebaut. Ein Schwerpunkt ist dabei die Entwicklung regionaler Strukturen, d. h. der weitere Aufbau von Landesverbänden in den Bundesländern wird ebenfalls voranschreiten. Inhaltlich setzt sich die DGTelemed dafür ein, dass sich telemedizinische Anwendungen verstärkt Effektivitätsprüfungen stellen. Der Weg von der technischen Innovation, über den wissenschaftlichen Nachweis der Überlegenheit gegenüber der konventionellen Versorgung im Rahmen einer kontrollierten Studie bis zur Überführung in die Regelversorgung muss zum Standard telemedizinischer Entwicklung werden.