Presse

EHEALTHCOM, Ausgabe Nr.2 März-April 2008, Seite 87

Wettbewerb nicht ohne Telemedizin

In der Hauptstadtregion unterstützt die DGTelemed mit ihrem Landesverband Berlin-Brandenburg die Umsetzung des Masterplanes „Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg“.
Die Umstrukturierung der Gesundheitsversorgung und die Verlagerung hin zu einer integrierten Versorgung erfordern den Ausbau telemedizinischer Dienstleistungen, insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Gesellschaftsentwicklung im Flächenland Brandenburg. Gemeinsames Ziel beider Länder ist die fortschreitende Zusammenführung von Berliner und Brandenburger Aktivitäten zu einem bundesweiten Kompetenz-Cluster für telemedizinische Anwendungen.

Dies wurde in einem Masterplan „Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg“ im vergangenen Jahr beschlossen. In der Hauptstadtregion ist die telemedizinische Vernetzung in der ambulanten und stationären Versorgung deutlich unterentwickelt, obwohl sich gute Möglichkeiten für innovative Lösungen aus der regionalen Wirtschaft bieten. Unübersehbar ist, dass auch andere Regionen bereits die Chancen und Möglichkeiten der Telemedizin für sich entdeckt haben.

So hat der Freistaat Bayern in der Vergangenheit telemedizinische Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten gefördert. In der Regel sind das Projekte, die klassische telemedizinische Anwendungen zum Gegenstand hatten. Ziele zukünftiger Förderung sollen Vorhaben sein, die zugleich einer innovativen und qualitätsorientierten Weiterentwicklung dienen. Sie sollen zunehmend flächendeckende Anwendungen, eine fortschreitende Standardisierung sowie die Kooperation mit anderen Bundesländern zum Gegenstand haben. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich Greifswald zu einem anerkannten Zentrum der Telemedizin entwickelt. Das Tumorzentrum ist Initiator eines telemedizinischenNetzwerkes in der Euroregion POMERANIA. Auch das Modell der Telegesundheitsschwester (AGnES) wurde durch die Universität Greifswald initiiert. Die Landesregierung hat nun einen Ideenwettbewerb zur verstärkten Nutzung von Telemedizin ausgeschrieben, in dem bis zu 1,2 Millionen Euro aus dem Zukunftsfonds zur Verfügung stehen.

Diese Beispiele stehen für viele Initiativen, die zeigen, dass Telemedizin zunehmend auch im Fokus politischer Überlegungen in den Bundesländern steht. Eine erste Informationsveranstaltung des Landesverbandes Berlin-Brandenburg in der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin zu diesem Thema fand am 27. Februar 2008 in Potsdam statt. Der Sprecher des Landesverbandes Detlef Lischka erläuterte Maßnahmen, in denen die DGTelemed in die Umsetzung des Masterplanes z.T. federführend verantwortlich einbezogen ist. Fazit der Veranstaltung: mit dem Masterplan sind zunächst Voraussetzungen geschaffen, in der Hauptstadtregion wichtige Ziele zur Verbesserung der Patientenversorgung zu erreichen. Nötig sind aber auch entsprechende Rahmenbedingungen, die in beiden Ländern noch nicht vorhanden sind.

»Sowohl Partner als auch Stütze«

Zwei Fragen an Detlef Lischka,
Projektleiter Telemedizin in der GLG und Vertreter die DGTelemed in der Hauptstadtregion

Herr Lischka, Sie sind im Gesundheitswesen kein Unbekannter. Sie waren Vorsitzender der Krankenhausgesellschaft Brandenburg und leiten heute die Deutsch-Polnische Gesundheitsakademie. Mit welchem Ziel engagieren Sie sich jetzt in der DGTelemed?
Die DGTelemed e. V. versteht sich als Forum für Kommunikation, Diskussion und Interessenvertretung in der Telemedizin. Mit der Initiative zum Aufbau von Landesverbänden sollen vor allem die Interessen und Wünsche der einzelnen Mitglieder in der Arbeit der DGTelemed stärker berücksichtigt werden. Die Ausstrahlung und Wirksamkeit soll vor Ort in den Bundesländern und damit auch im regionalen Bereich erhöht werden.

Welche Schwerpunkte sehen Sie im Zuge der Umsetzung des Masterplanes in Berlin-Brandenburg?
In erster Linie die Rolle als Moderator in einem Prozess wichtiger strategischer Entscheidungen einzunehmen. Ziel muss sein, alle Akteure der Telemedizin in der Region in die Umsetzung des Masterplanes einzubeziehen. Dabei will die DGTelemed mit ihrem Landesverband sowohl Partner als auch wichtige Stütze sein.