Presse

EHEALTHCOM, Ausgabe Nr.3 Mai-Juni 2008, Seite 47

AUFGEWACHT!

Telesomnologie – ein Beispiel telemedizinischer Anwendung für die flächendeckende Versorgung.
Es ist nicht einmal 15 Jahre her, da stand das WWW für warten, warten,warten und es tummelten sich hauptsächlich Enthusiasten und Freaks auf der sogenannten Datenautobahn. Wer damals wagte zu prophezeien, dass es in absehbarer Zeit möglich sein wird, über das Internet sogar ein Hotel zu buchen, Medikamente zu kaufen oder nach Behandlungsmethoden zu recherchieren, wurde nicht selten belächelt. Ähnliches riskiert heute jemand der glaubt, dass in nicht allzu entfernter Zukunft Telemedizin auf Krankenschein und flächendeckend erhältlich sein wird. Dabei gibt es ernstzunehmende Argumente und auch einige Beispiele, die dafür sprechen.

Um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und dem wachsenden Bedarf nach medizinischer Versorgung gerecht zu werden, setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin dafür ein, moderne Informations- und Kommunikations-Technologien vor allem nachhaltig und flächendeckend für die Patientenversorgung zu nutzen. Telemedizin wird in diesem Sinne helfen – richtig eingesetzt – Engpässe zu lösen, Zeit und Kosten zu sparen sowie die Versorgung zu optimieren. Ein in Potsdam vom iDOC Institut für Telemedizin und Gesundheitskommunikation entwickeltes telemedizinisches System für Schlafapnoe-Screening ist ein Beispiel für diese Entwicklung.

Nach wie vor ist es so, dass es nicht selten rund 10 Jahre dauert, bis eine schlafbezogene Atmungsstörung diagnostiziert und therapiert wird – mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit der Betroffenen und für das Budget der Kostenträger durch assoziierte Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Diabetes, Bluthochdruck.

Das System erlaubt es jetzt durch sektorübergreifende Kooperationen, eine valide fachärztliche Leistung überall verfügbar zu machen. So kann der Patient bei seinem behandelnden Arzt, in seiner Apotheke oder durch seinen ambulanten Pflegedienst die entsprechende Messung durchführen. Das im Schlaflabor auf Basis der Messung und anamnestischer Daten ausgestellte Gutachten steht dann dem Patienten und der betreuenden Einrichtung direkt zur Verfügung. Der große Vorteil einer solchen Anwendung besteht darin, dass die beteiligten Partner keine Zusatzausbildung absolvieren müssen – dadurch, dass die entsprechende Auswertung beim angeschlossenen Facharzt erfolgt. Ein so aufgebautes, generisches Modell kann später um weitere Indikationen erweitert werden. Schätzungsweise ca. 4 Millionen noch nicht identifizierte Schlafapnoe-Betroffene können hierzulande bereits heute von der telesomnologischen Screeningleistung flächendeckend profitieren – und demnächst hoffentlich auch auf Krankenschein. Das telemedizinische System für Schlafapnoe-Screening ist bundesweit verfügbar und mit weit über 1 000 durchgeführten Messungen ein Beispiel einer bereits in der Praxis bewährten Lösung.

Vielfältige Anwendungen

Die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) sind in vielen Bereichen der Telemedizin aktiv. Ob im Bereich der Teleonkologie, Teleradiologie oder Teleneurologie – Mitglieder der DGTelemed zeigen, dass Innovation und Kreativität schon heute Maßstäbe setzen können. Künftig sollen an dieser Stelle aktuelle Projekte und Initiativen vorgestellt werden, die von Mitgliedern der DGTelemed entwickelt wurden. Den Auftakt bildet ein Beispiel aus dem Bereich der Telesomnologie.