Presse

E-HEALTH-COM 06/2010, Seite 61

BÜNDELUNG DER KOMPETENZEN

Ein Thema beim 1. Nationalen Fachkongress Telemedizin war die Versorgung herzkranker Patienten.
In der Kardiologie gibt es reichhaltige Erfahrungen mit der erfolgreichen Anwendung von Telemedizin.

Der 5. Fachkongress der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) und die Telemed 2010, das 15. Nationale Forumfür Gesundheitstelematik und Telemedizin, fanden in diesem Jahr erstmals unter einem Dach und zeitgleich in Berlin statt. Damit entstand der 1. Nationale Fachkongress Telemedizin.
Die Verantwortlichen haben sich zusammengetan, um Synergien zu nutzen und die Kompetenzen zu bündeln. Die Panels zu den Themen „Telemedizin und Evidenz“, „Finanzierungsmodelle für Telemedizin in der Regelversorgung“ oder „Erfolgreiche Telemedizinprojekte auf dem Weg in die Regelversorgung“ waren mit hochkarätigen Experten besetzt und fanden sehr interessierte Zuhörer. In der Kardiologie gibt es inzwischen reichhaltige Erfahrungen mit Telemedizin. SHL Telemedizin beispielsweise blickt bereits auf mehr als 23 Jahre Tätigkeit in diesem Bereich zurück. Was aber ist genau der Mehrwert der telemedizinischen Betreuung bei kardiovaskulären Erkrankungen?

Zunächst unterstützt Telemedizin Herzpatienten dabei, ihren Lebensstil entsprechend der Vorgaben ihres behandelnden Arztes zu verändern, sich regelmäßig zu wiegen, Blutdruck zumessen, auf ihre Ernährung zu achten oder sich mehr zu bewegen. Das wird über gezieltes Empowerment und das Monitoring von Vitalwerten in der elektronischen Fallakte erreicht. Bei akut ischämischen oder rhythmologischen Patienten hat sich der Einsatz eines 12-Kanal-EKG-Gerätes als hilfreich erwiesen. Die Erfahrung zeigt, dass Patienten, die ein solches Gerät zu Hause haben, bei Beschwerden über den Kontakt ins Telemedizinische Zentrum schnellermedizinische Hilfe anfragen.

Die behandelnden Haus- und Fachärzte können medizinischen Daten in der elektronischen Fallakte - nach datenschutzrechtlicher Freigabe durch den jeweiligen Patienten - jederzeit einsehen und aktiv nutzen. Online sind die Daten grafisch aufbereitet und ermöglichen so einen schnellen Überblick über den Gesundheitszustand sowie die Entwicklung der Vitalparameter eines Patienten. Bereits vorliegende Studien zeigen, dass unnötige Hospitalisierungen zurückgehen und sich die Lebensqualität der Patienten mit ergänzender telemedizinischer Betreuung verbessert.

Die Thematik wurde von PD Dr. Dr. Mathias Rauchhaus im Rahmen seines Vortrags: „Mehrwert der telemedizinischen Betreuung bei kardiovaskulären Erkrankungen“ vorgestellt. Dr. Rauchhaus ist seit Mitte September der neue Medizinische Direktor von SHL Telemedizin. SHL Telemedizin ist seit 2008 Mitglied der DGTelemed.

Telemedizinische Dienstleistungen gibt es nicht nur im Bereich der Herzerkrankungen, vielmehr stehen heute auch Programme für Diabetiker oder für Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen zur Verfügung.