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PRESSEMELDUNG 04.04.2011, Erlangen

Schlaganfallnetzwerk von Gesundheitsminister Dr. Markus Söder ausgezeichnet

„Der Telemedizin kommt enorme Bedeutung zu, denn es kommt darauf an, dass alle Bürger in allen Gegenden Bayerns schnellen Zugang zur optimalen medizinischen Versorgung haben“, sagte der Bayerische Gesundheitsminister Dr. Markus Söder heute im Universitätsklinikum Erlangen. Er übergab den 14 Klinika im nordbayerischen Telemedizin-Schlaganfallnetzwerk STENO ein Zertifikat für vorbildliches Qualitätsmanagement nach dem internationalen Standard der DIN ISO. Damit wurde erstmals in Deutschland ein derart großes telemedizinisches Behandlungsnetzwerk zertifiziert.

04.04.2011, Erlangen. „Ich bin ein großer Fan der Telemedizin“, bekannte Söder. Deshalb habe das Gesundheitsministerium die STENO-Zertifizierung gefördert und werde das Netzwerk weiter unterstützen. „Es geht bei der Förderung nicht um eine reine Geldverteilung, sondern wir brauchen eine Medizin, die nicht nur technisch, sondern auch menschlich und ethisch auf höchstem Niveau ist“, sagte der Gesundheitsminister.

STENO ist seit 2007 in Betrieb und ein Verbund von mittlerweile drei Schlaganfallzentren in Bayreuth, Erlangen und Nürnberg mit derzeit elf regionalen Kliniken in Mittel- und Oberfranken sowie der angrenzenden Oberpfalz. Durch telemedizinische Beratung, Schulung und Fortbildung wurden bislang über 6.000 Schlaganfallpatienten in Franken telemedizinisch versorgt. Die Geschäftsstelle des STENO ist in der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor Prof. Dr. Stefan Schwab) angesiedelt, zu der auch die größte universitäre Schlaganfallstation Bayerns (Stroke Unit) gehört.

„Trotz eines inzwischen sehr effektiven Miteinanders der Partner ist das STENO-Netzwerk ein Experiment mit hohen Ansprüchen – vor allem an die Organisation“, sagte STENO-Koordinator Privatdozent Dr. René Handschu vor der Zertifikatsübergabe. Bereits zum Start des Netzwerks im Jahr 2007 seien klare Qualitätsziele definiert und die Erreichung im gesamten Netzwerk überwacht worden. Systematisch wurden einheitliche Behandlungsstandards definiert und so ein einheitliches Qualitätsmanagement etabliert. Anfang Februar 2011 bereiste ein Auditorenteam der LGA Intercert und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) eine Woche lang verschiedene Standorte des STENO-Netzwerks.

Das Ergebnis der 650 km langen Tour stand schnell fest: Das im gesamten Netzwerk einheitliche Qualitätsmanagementsystem ist effektiv und kann zertifiziert werden. Es erfüllt die international gültigen Qualitätsnorm DIN ISO 9001:2008. Gleichzeitig wurden auch die Standards der Deutschen Schlaganfallgesellschaft für regionale und – erstmals bei einer Zertifizierung in Deutschland – auch für telemedizinisch vernetzte Stroke Units durch die Auditoren überprüft und damit strenge Maßstäbe an die medizinischen Standards angelegt.

Nach Anpassung einiger Strukturmerkmale werden die Zertifikate der Deutschen Schlaganfallgesellschaft in einigen Wochen folgen.

Die offizielle Zertifizierungsurkunde überreichte Staatsminister Söder an die Vertreter der drei Schlaganfallzentren (am Universitätsklinikum Erlangen, am Klinikum Nürnberg Süd und am Klinikum Bayreuth) sowie an die Schlaganfalleinheiten der derzeit elf Regionalkrankenhäuser Klinikum Neumarkt, Kreisklinik Roth, Klinik Gunzenhausen, Klinikum Ansbach, Klinik Dinkelsbühl, Klinik Bad Windsheim, Klinikum Forchheim, Helmut-G.-Walter-Klinikum Lichtenfels, Klinikum Kulmbach, Klinikum Fichtelgebirge Marktredwitz und Sana Klinikum Hof.

Weitere Informationen:
PD Dr. René Handschu
Telefon: 09181 420-3220
E-Mail: rene.handschu@uk-erlangen.de

 

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