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PRESSEMELDUNG 27.05.2011

Telemedizin: sinnvoll und machbar!

Expertinnen und Experten zeigen Anwendungsbeispiele für Telemedizin auf der zweiten Tagung der Modellregion Telemedizin Ostwestfalen-Lippe

Bielefeld, 27. Mai 2011 - In der Regel Telemedizin? So lautete die Frage, um die sich die 2. Tagung der Modellregion Telemedizin OWL am 25. Mai 2011 in Bielefeld drehte.

Rund 70 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten am vergangenen Mittwoch der Einladung der ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen GmbH und diskutierten die Zukunft telemedizinischer Anwendungen in Ostwestfalen-Lippe (OWL) und darüber hinaus. Medizinerinnen und Mediziner aus dem Krankenhaussektor und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte waren ebenso vertreten wie Expertinnen und Experten aus Industrie, Politik und Wissenschaft. Die Modellregion Telemedizin OWL setzt mit der Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen auf einen ganzheitlichen Ansatz, um alle Interessierten zu informieren und zur Mitwirkung anzuregen, damit Telemedizin da ankommt, wo sie hingehört: bei den Patientinnen und Patienten als weitere effiziente Methode moderner Gesundheitsversorgung.

„2010 war ein wichtiges Jahr für die Telemedizin“, erläuterte Wolfgang Loos (Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e.V.) in seinem einführenden Überblick über die Telemedizin in Deutschland. Erste Erfolge, wie z.B. die Abrechnungsziffer im OPS-Katalog des DIMDI für den Telekonsildienst Schlaganfall (gültig seit 01.01.2011), die Leitsätze für gute Telemedizin des Deutschen Ärztetags und die positiven Studienergebnisse der Partnership for the Heart, können verzeichnet werden. Es sind jedoch noch immer lange Verfahrenswege zu beobachten, die den Einsatz von Telemedizin erschweren. Während in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern vorbildliche Aktivitäten laufen, gibt es noch viele weiße Flecken für Telemedizin in der Bundesrepublik, konstatierte Loos.

Insbesondere das Thema „Schlaganfall und Telemedizin“ bildete einen Schwerpunkt der Veranstaltung. Fachvorträge renommierter Medizinerinnen und Mediziner sowie eines Experten aus der Industrie zeigten eindrucksvoll, wie telemedizinische Anwendungen die Schlaganfallversorgung positiv unterstützen können. Getreu dem Motto „Zeit ist Hirn“ betonten alle Referentinnen und Referenten die Potenziale der Telemedizin, um eine abgesicherte Entscheidung über den Einsatz der hochwirksamen Lysetherapie zu treffen, die in den ersten drei Stunden nach dem Schlaganfallereignis die besten Erfolge erzielt. Unabhängig davon, ob durch ein bundesweites telemedizinisches Netzwerk (Prof. Dr. med. Stefan Isenmann, HELIOS Klinikum Wuppertal), durch enge Kooperationen mit Nachbarkliniken (Dr. med. Petra Vieth, Marienhospital Steinfurt) oder durch den Einsatz eines Stroke-Einsatzmobils (Gerhard W. Meyer, Meytec GmbH): Mit Hilfe telemedizinischer Anwendungen kann das Zeitfenster, in das Erstaufnahme, Diagnose, Therapieentscheidung und ggf. Verlegung fallen müssen, entscheidend besser genutzt werden. Interessanter Aspekt bei den Schilderungen aus der Praxis: Durch die gut organisierte, kooperative Zusammenarbeit können alle Partner positive logistische, strategische und monetäre Effekte verzeichnen.

Am Nachmittag wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Erfahrungen aus Projekten in  der Modellregion OWL vorgestellt. Die Vorträge aus der Teleintensivmedizin (Dr. med. Michael Fantini, Mühlenkreiskliniken Lübbecke/Rahden), der Telekardiologie und des Gerinnungsmonitorings (PD Dr. med. Heinrich Körtke, Institut für angewandte Telemedizin in Bad Oeynhausen) sowie dem Qualitätsmanagement (Benjamin Homberg, Medizin Service, Wesel) kamen im Ergebnis zu der Aussage, dass für Medizinerinnen und Mediziner die Kommunikationsprozesse und die Alltagsroutinen einfacher und effizienter ablaufen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung, die überwiegend aus der Modellregion kamen, konnten nützliche Anregungen für ihre eigene Arbeit mitnehmen, z.B. die Überlegung, ob sich der Nutzen „nur“ in Form beitragssatzwirksamer Komponenten darstellen lässt, etwa durch direkte, vermiedene Behandlungskosten.

In den Beiträgen zur „Kosten-Nutzen-Analyse für die Telemedizin“ (Rainer Beckers, ZTG GmbH; Eckhard Werner, AOK NORDWEST), die im Rahmen der anschließenden Sitzung der ARGE Modellregion OWL präsentiert wurden, überraschte die Sicht der Kostenträger, auf das „Top-Versorgungsangebot Telemedizin“ als Wettbewerbsargument zu setzen.

Abschließend fand die Sitzung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e.V. (DGTelemed) statt. Wer an der Gestaltung der Telemedizin in Deutschland mitwirken will, ist herzlich eingeladen, sich zu melden.

„Ein sehr interessantes, unbedingt erhaltenswertes Forum“, so die Meinung der Anwesenden, die sich neben dem Informationsgehalt der Vorträge insbesondere über die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und -pflege im Rahmen der Veranstaltung freuten.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.ztg-nrw.de

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