Presse

E-HEALTH-COM 03/2012, Seite 47

MEHR LEBENSQUALITÄT DURCH TELEMEDIZIN

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz fördert im Rahmen der Initiative Gesundheitswirtschaft ein medizinisches Netzwerk, das die Versorgung chronisch Kranker mithilfe von Telemedizin verbessern soll.

Die rheinland-pfälzischen Ministerien für Gesundheit und Wirtschaft fördern im Rahmen der Initiative Gesundheitswirtschaft ranchenübergreifende Projekte, die neue Produkte und Dienstleistungen zur Gesunderhaltung der Bevölkerung entwickeln und umsetzen. Die Initiative hat das Ziel, die Entwicklungspotenziale der Gesundheitswirtschaft für Beschäftigung und Wirtschaftswachstumnoch besser zu erschließen. Gleichzeitig sichert sie diemedizinischeVersorgung und Pflege der Bevölkerung auf hohem Niveau.

Alle Projektaktivitäten dienen dem Zweck, Netzwerke und selbsttragende Strukturen zu schaffen, um die Versorgung von Patientinnen und Patientenmithilfe der Telemedizin nachhaltig zu verbessern. Die Maßnahmen werden auf Bedarf treffen und die Gesundheitswirtschaft in Rheinland-Pfalz beleben. Der Nutzen der Projektarbeit wird Patientinnen und Patienten und Telemedizin-Dienstleistern rasch zugute kommen. Das Telemedizinregister Rheinland-Pfalz schafft Investitionssicherheit für ein Wachstum der Telemedizin, um das Gesundheitssystem zu entlasten.Die imProjekt geschaffene Netzwerkstruktur wird genutzt, um weitere Indikationen zur telemedizinischenVersorgung zu erschließen.

Hintergrund
Bundesweit leiden über 250 000 Menschen unter Parkinson. Die Beschwerden der Patientinnen und Patienten können mit einer guten Medikation gelindert werden. Pro Jahr werden mehr als 42 000 Parkinsonpatientinnen und -patienten zur Anpassung ihrer Medikation in Kliniken aufgenommen. Da Parkinson eine altersabhängige Erkrankung ist, wird sich bis zum Jahr 2030 die Zahl der Betroffenen verdoppeln. Grundlage zur Einstellung der Medikation ist die genaue Kenntnis der Ärztin bzw. des Arztes über diewechselnde Beweglichkeit seiner Patientin bzw. seines Patienten im Tagesverlauf.

Die Patientin bzw. der Patient erhält zu Hause eine Videoeinheit mit Kamera und Drucker. Vor der Kamera zeigt die Patientin bzw. der Patient der Ärztin bzw. dem Arzt auf Anweisung mehrfach am Tag seine Beweglichkeit. Während der 30 Tage videogestützter Therapie sieht die Ärztin bzw. der Arzt seine Patientin bzw. seinen Patienten über 120 Mal und den Patientinnen bzw. den Patienten bleibt der Klinikaufenthalt erspart.

Medikation schonend anpassen
Per UMTS werden die Filme an die Ärztin bzw. den Arzt und in die Klinik gesendet. Die Ärztinnen und Ärzte können die Wirkung der Medikamente direkt sehen und die neue Medikation auf die Bedürfnisse der Patientin bzw. des Patienten zu Hause maßgeschneidert anpassen. So erfolgt die Umstellung kontrollierter und schonender als bei einem stationären Klinikaufenthalt. Die Wirksamkeit der videogestützten Parkinsontherapie wurde in Studien nachgewiesen. Es wird eine Behandlung in Rheinland-Pfalz etabliert, welche die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten steigert, ohne die Solidargemeinschaft zusätzlich zu belasten. Das Projekt „Ambulante videounterstützte Parkinsontherapie“ wurde durch Experten der Arbeitsgruppe „Telemedizin in Rheinland-Pfalz“ und der MVB Entwicklungsgesellschaft in Koblenz entwickelt. Der Geschäftsführer Alexander Rzesnitzek engagiert sich seit Jahren auch in der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin.

WOLFGANG LOOS, DGTelemed

Die DGTelemed berichtet an dieser Stelle über Initiativen ihrer Mitglieder.