Presse

KTM - Krankenhaus Technik + Management 06/2013, Seiten 19-21

Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed)

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) ist eine bundesweite Vereinigung zur Förderung, Verbreitung, Markteinführung und Publizierung moderner, innovativer Entwicklungen, Lösungen und Produkte in der Telemedizin. Sie wurde am 12. Dezember 2005 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Mitglieder sind Krankenhäuser, Ärzte, Wissenschaftler, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen der Medizintechnik und Pharmazie, Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen, Krankenkassen,ärztliche Körperschaften, IT-Unternehmen sowie weitere Institutionen und Persönlichkeiten. Die DGTelemed versteht sich als Forum für Kommunikation, Diskussion und Interessenvertretung in der Telemedizin in Deutschland und Europa. Im Mittelpunkt des Handelns steht dabei die Patientenorientierung und Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern, Gesundheitsdienstleistungs- und Medizintechnikunternehmen sowie Verbänden und Vereinigungen.

Die zentrale Leitidee der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin ist es, Gesundheit – und im Besonderen Telemedizin und E-Health – als Wirtschafts- und Standortfaktor in Deutschland und darüber hinaus zu entwickeln und zu nutzen. Die Vereinigung fördert die Kontakte ihrer Mitglieder untereinander sowie mit Partnern aus Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Wirtschaft im deutschen und europäischen Gesundheitsmarkt. Die Gesellschaft und ihre Mitglieder machen Entwicklungen und das Wissen von Akteuren in der Telemedizin nutzbar und transparent, tragen zum schnelleren Informationsaustausch aller Beteiligten im Gesundheitswesen bei, fördern innovative sowie zukunftsorientierte Projekte und setzen sich für eine dauerhafte Umsetzung und Nutzung im Regelbetrieb ein. Kooperationen und Vernetzung im Gesundheitswesen werden auch über nationale Grenzen hinweg gefördert.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin setzt sich dafür ein, dass mit den Möglichkeiten moderner Informations- und Kommunikationstechnologien die Zusammenarbeit, Vernetzung und Patientenversorgung optimiert und der Aufbau von Versorgungsnetzwerken vorangetrieben wird. Vorhandene telemedizinische Potenziale in gut strukturierten Regionen sollen zügig entwickelt und für schwach oder unzureichend versorgte Regionen nachhaltig nutzbar gemacht werden. Telemedizin muss durch eine breite Überführung erfolgreicher telemedizinischer Projekte zum medizinischen Standard werden. In diesem Kontext benötigt die Telemedizin auch einen konsentierten Qualitätsanspruch.

Karl Storz Telemedizinpreis 2013 ausgeschrieben

Einmal jährlich vergibt die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin in Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Unternehmen der Gesundheitsbranche und weiteren Partnern einen Telemedizinpreis. Seit 2008 ist der Preis mit dem Namen Karl Storz verbunden, dem Gründer des Unternehmens Karl Storz GmbH & Co. KG in Tuttlingen/Baden-Württemberg. Mit dieser Auszeichnung werde Institutionen, Einzelpersonen, interdisziplinäre Arbeitsgruppen und Projektinitiativen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße um die Telemedizin verdient gemacht haben und deren Leistungen den Zielen der DGTelemed entsprechen.

An der Ausschreibung können sich Institutionen aus Medizin, Wissenschaft und Wirtschaft, Ärzte, Wissenschaftler oder Vertreter der freien Wirtschaft als Einzelpersonen, interdisziplinäre Arbeitsgruppe oder Projektgemeinschaften sowie Verbände und Vereine beteiligen. Die Bewertung der eingereichten Beiträge und die Ermittlung der/des Preisträger/s werden von einer Jury vorgenommen, die sich aus Vertretern der DGTelemed und weiteren Persön lichkeiten zusammensetzt. Den Vorsitz übernimmt der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Gesellschaft. Der Preis ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Die Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 25. Oktober 2013, 24 Uhr, unter der E-Mail-Adresse telemedizinpreis@dgtelemed.de im PDF Format vorliegen. Die Teilnahme am Wettbewerb setzt mindestens eine verbindliche Anmeldung zum 4. Nationalen Fachkongress Telemedizin am 7. und 8. November 2013 in Berlin voraus. Die Preisvergabe findet in einer festlichen Abendver anstaltung am ersten Kongresstag statt.

Der Karl Storz Telemedizinpreis 2012 ging an das Tele-Ophthalmologische Institut Erlangen (Tele-Augenkonsil) und das Projekt Präklinische Telemedizin in der akuten Schlaganfallversorgung – stroke angel – in Bad Neustadt an der Saale.
www.dgtelemed.de

Telemedizin in der Augenheilkunde

Ein telemedizinisches Projekt in der Augenheilkunde kann zur Verbesserung der augenärztlichen Betreuung von Patienten in ländlichen Regionen und in Pflegeeinrichtungen beitragen. In den kommenden Jahren wird sich die geriatrische augenärztliche Versorgung durch Zunahme pflegebedürftiger Personen verschlechtern. Das Aufsuchen weit entfernter Augenarztpraxen erfordert ein hohes Maß an Mobilität, die Menschen mit Pflegebedarf oft nur mit großer Anstrengung erbringen können.

Untersuchungen haben ergeben, dass 32 Prozent der Pflegeheime nicht augenärztlich versorgt sind, die augenärztliche Versorgung muss daher dem Bedarf angepasst werden. Durch Nutzung innovativer Kommunikationsmethoden, zum Beispiel eines telemedizinischen Augenkonsils, kann eine Stabilisierung der augenärztlichen Versorgung in Flächenländern und eine verbesserte Versorgung von Patienten in Pflegeheimen sowie von Hypertonikern und Diabetikern in Regionen ohne Augen ärzte erreicht werden.

Das Tele-Augenkonsil ersetzt jedoch aber nicht eine persönliche augenärztliche Behandlung. Das Projekt Tele-Augenkonsil von talkingeyes&more, ein interdisziplinäres Netzwerk für präventive Medizin in Deutschland, wurde von Spezialisten am Tele-Ophthalmolo gischen Institut Erlangen gegründet. Es stellt den beteiligten Ärzten die medizinischen, juristischen und kommunikationstechnischen Voraussetzungen zur Verfügung, um fächerübergreifend ein Präventionsprogramm gegen ischämische Herz-, Gehirn- und Augenerkrankungen durchzuführen. Das Projekt existiert seit 2007, seitdem wurden rund 7.000 Patienten untersucht. Dem Netzwerk gehören mittlerweile 32 medizinische Einrichtungen an. Es wurde 2012 mit dem Karl Storz Telemedizinpreis ausgezeichnet, weil hier Telemedizin als unterstützendes Element medizinischer Prozesse zwischen stationären und ambulant tätigen Akteuren wirksam wird und mit medizinischem Nutzen einhergeht.

Partnerschaften

Die Sibirische Staatliche Medizinische Universität (SSMU), Tomsk, das Koch Metschnikow-Forum e. V. (KMF), Berlin, die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) und das Deutsch-Russische Interregionale Konsortium (DRIK) Berlin haben am 15. April 2013 gemeinsam den 2. Deutsch-Russischen Kongress für Telemedizin in Berlin durchgeführt. Unter dem Motto ,Grundlagen und Anwendungen von Telemedizin in Russland und in Deutschland’ diskutierten russische und deutsche Experten den Stand aktueller Telemedizinanwendungen in beiden Ländern. Die russischen Teilnehmer waren vom Inhalt und den am Rande der Tagung geführten Gesprächen sehr angetan und nahmen dies zum Anlass, eine Partnerschaft zwischen der Russischen Gesellschaft für Telemedizin und der DGTelemed anzuregen. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin pflegt bereits Kooperationsbeziehungen mit der Amerikanischen und Französischen Gesellschaft für Telemedizin (ATA, ANTEL).

Erfolgreiche Tagungen in Bayern und NRW

Zwei interes sante Telemedizinveranstaltungen im Mai 2013 – die 3. Telemedizin-Fachtagung Bayern und die Frühjahrstagung der DGTelemed in Düsseldorf – fanden reges Interesse. Knapp 200 Teilnehmer diskutierten aktuelle Themen mit namhaften Referenten aus verschiedenen Bundesländern. Im Maritim Hotel München stand die strategische Zielsetzung der bayerischen Staatsregierung und der AOK Bayern zur Vernetzung der Gesundheitsregion Bayern im Mittelpunkt.

Unter dem Motto ,Telemedizin lohnt sich – Nutzenaspekte pragmatisch quantifizieren’ hat sich die Tagung in Düsseldorf insbesondere mit der Frage nach einer für alle Beteiligten fairen Finanzierung telemedizinischer Leistungen beschäftigt. In beiden Veranstaltungen wurde auch über die aktuellen Ergebnisse bei der Umsetzung des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes diskutiert. Während Vertreter des Gemein samen Bundesausschusses G-BA) über eine Umsetzung des Auftrags zur Einführung einer Erprobungs regelung berichten konnten, musste festgestellt werden, dass die Frist zur Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) ohne Kommentar des Bewertungsausschusses und damit auch ohne Ergebnis verstrichen ist. Der EBM wird durch den Bewertungsausschuss beschlossen, der sich paritätisch aus Vertretern des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zusammensetzt. Der Vorstand der DGTelemed hatte im Juli 2012 dem Bewertungsausschuss eine Übersichtüber ambulante telemedizinische Dienstleis tungen übergeben und empfohlen, eine Aufnahme dieser Leistungen in den EBM zu prüfen und zu veranlassen.

Aktuelle Projektpräsentationen aus beiden Bundesländern rundeten das Themenspektrum beider Veranstaltungen ab. Die Tagungen wurden von der DGTelemed und ihren Landesverbänden Bayern und NRW in Kooperation mit der AOK Bayern und dem Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH (ZTG) veranstaltet.
Die Vorträge sind unter www.dgtelemed.de veröffentlicht.