Presse

KTM - Krankenhaus Technik + Management 09/2013, Seiten 54-55

Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed)

Stemo-Forschungsergebnisse in Berlin vorgestellt

Die Ergebnisse einer großen wissenschaftlichen Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin in der präklinischen Notfallversorgung von Schlaganfallpatienten mit über 7.000 Patienten wurde in Berlin vor Pressevertretern vorgestellt. Fazit: Mit Unterstützung des Stroke-Einsatz-Mobils (Stemo) konnten eine erhebliche Zeiteinsparung zwischen Notruf und Beginn der Lysetherapie erzielt und wesentlich mehr Schlaganfall-Patienten effektiv therapiert werden. Grundlage des Erfolgs war die Entwicklung eines neuen medizinischen Versorgungskonzepts, bei dem die Schlaganfall-Akutbehandlung mit Diagnostik und Behandlungseinleitung bereits vor Ort in einem speziell ausgestatteten Rettungsfahrzeug durchgeführt wird. Bestandteil des Konzepts war der Einsatz modernster Medizin-, Labor- und Telemedizintechnik. „Stemo steht für die erstklassige Zusammenarbeit zwischen der Charité, der Berliner Feuerwehr und den beiden Brandenburger Technologie-Firmen Meytec GmbH Informationssysteme und Thermo Fisher Scientific Brahms GmbH, die das Rettungsfahrzeug gemeinsam entwickelt haben“, sagt Charité-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Karl Max Einhäupl. Die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Cornelia Yzer, gratulierte dem gesamten Team zur nationalen und internationalen Anerkennung des Projekts: „Die Förderung von Stemo aus dem Berliner Zukunftsfonds ist eine hervorragende Investition in Medizin, Technik und Forschung. Das Stroke-Einsatz-Mobil zeigt, was Technologieförderung zusammen mit Forschergeist und medizinischem Know-how bewegen kann.“ In der repräsentativen Vergleichsstudie werteten die Forscher um Projektleiter Prof. Dr. med. Heinrich Audebert, Ärztliche Leitung der Klinik für Neurologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Daten von 7.000 Patienten über einen Zeitraum von 21 Monaten aus. Dabei wurde Stemo im wöchentlichen Wechsel mit einem regulären Rettungsfahrzeug eingesetzt. „Im Wissen, dass beim akuten Schlaganfall pro Minute 1,9 Mio. Nervenzellen absterben, freuen wir uns, dass im Rahmen des neuen Versorgungskonzepts eine relevante Verbesserung der Schlaganfallversorgung in Berlin erreicht werden konnte“, stellte Professor Audebert fest. Audebert ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der DGTelemed. Der Geschäftsführer des beteiligten Unternehmens Meytec GmbH gehört zu den DGTelemed-Gründungsmitgliedern.

Zentrum für Telemedizin (ZTM) e. V. in Bad Kissingen

Unter dem Gesichtspunkt der prognostizierten demografischen Entwicklung der Region und im Hinblick auf die Anforderungen der Patientenversorgung im ländlichen Raum befasst sich der Landkreis Bad Kissingen/Bayern intensiv mit der strukturellen Entwicklung auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung. Unter Einbeziehung von Experten aus dem medizinischen und wissenschaftlichen Bereich wird in diesem Kontext die Entwicklung einer telemedizinischen Versorgungsstruktur als zukunftsgerichtet erachtet. Der Freistaat Bayern hat die Unterstützung dieser Entwicklung mit einem Beschluss des Kabinetts im Jahr 2010 in Bad Kissingen bekräftigt und wird den Aufbau eines Telemedizinzentrums in den Folgejahren entsprechend fördern. Zum Voranbringen dieser Strukturen wurde noch im selben Jahr der Verein Zentrum für Telemedizin e. V. mit Sitz in Bad Kissingen gegründet. Ziel ist die Verbesserung der Patientenversorgung mithilfe telemedizinischer Anwendungen.
Der Verein zählt bereits mehr als 50 Mitglieder, darunter insbesondere regionale Kliniken, Ärzte, Rettungsdienste, Medizintechnik-Unternehmen, wissenschaftliche Partner, Kostenträger sowie Stadt und Landkreise. Auch mit der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) wurde eine Kooperation vereinbart. Der Verein Zentrum für Telemedizin e. V. soll breit gefächert über Telemedizin, insbesondere in ländlichen Regionen informieren und die Verbreitung telemedizinischer Entwicklungen unterstützen. Dazu wurden regionale, überregionale und internationale Partnerschaften aufgebaut. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit will das im Bundesgebiet einmalige Zentrum in der Auf- und Ausbauphase über einen vierjährigen Zeitraum fördern. 2012 und 2013 wurden und werden daher insgesamt rund 750.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das ZTM hat sich durch konsequente Öffentlichkeitsarbeit und zahlreiche Gespräche und Veranstaltungen einen Bekanntheitsgrad innerhalb der ,Telemedizin-Szene’, der Region, in Bayern und nicht zuletzt im ge samten Bundesgebiet erarbeitet. 2013 befasst sich das ZTM mit der Vernetzung niedergelassener Ärzte und verschiedener Einrichtungen des Gesundheitswesens. Eine erste Veranstaltung in Kooperation mit der DGTelemed findet im November in Bad Kissingen statt (siehe Veranstaltungskalender).

SHL akquiriert Teilgeschäft von Almeda

Die an der Schweizer Börse notierte israelische SHL Telemedicine übernimmt das Telemedizin-Services-Geschäft der deutschen Almeda GmbH. Der Kauf trage dazu bei, ein führender Anbieter von Telemedizin-Dienstleistungen in Deutschland zu werden, teilt SHL mit. Die erworbene Einheit werde mit einem Jahresumsatz von sieben bis zehn Millionen US-Dollar zum deutschen Geschäft von SHL beitragen. Finanzielle Details zum Deal werden nicht genannt. Der Kaufbetrag für das Geschäft von Almeda habe keinen wesentlichen Einfluss auf die Barmittel von SHL. Die Transaktion soll bis Ende 2013 abgeschlossen werden, mit einem möglichen finalen Stichtag im Jahr 2014. Im Rahmen der Vereinbarung habe sich Almedas größter Kunde, die Krankenversicherung DKV, verpflichtet, für weitere sieben Jahre die telemedizinischen Dienstleistungen von Almeda zu beziehen. Almeda bietet medizinische Telefon-Hotlines und Telemedizin-Programme für Therapiegebiete wie Herzinsuffizienz, COPD und Diabetes an.