Presse

KTM - Krankenhaus Technik + Management 03/2014, Seiten 54-55

Erwartungen der DGTelemed an den neuen Gesundheitsminister

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung liegt vor. Damit ergibt sich auch für den neuen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und seine Staatssekretäre ein umfassendes Arbeitsprogramm. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin geht mit Optimismus ins neue Jahr. Es gibt sehr viel zu tun, um die Herausforderungen - vor denen das deutsche Gesundheits - wesen vor allem in ländlichen Regionen steht - auch mithilfe telemedizinischer Anwendungen zu meistern. Mit der E-Health-Initiative des Bundesgesundheitsministeriums – zum Beispiel mit dem Referenz-Kriterien kata log für Zukunftsprojekte/Version 2.0 und mit der Weiterentwicklung des Nationalen Telemedizinportals als In formationsund Unterstützungssystem - konnten Ergebnisse erreicht werden, die künftige telemedizinische Anwendungen erleichtern werden. Es bleibt zu hoffen, dass die kontinuierliche Arbeit der im Trägerkreis der Initiative vereinten Organisationen, zu denen auch die DGTelemed zählt, fortgesetzt werden kann. Telemedizin ist aus dem medizinischen Alltag kaum mehr wegzudenken. Sie umfasst inzwischen nahezu alle medizinischen Fachgebiete. Allerdings ist auch festzustellen, dass die Verbreitung telemedizinischer Anwendungen zwischen den Fachgebieten noch sehr variiert. Telemedizinische Schlaganfall- und Radiologienetzwerke haben sich in Bundesländern etabliert. Telemonitoring wird vor allem bei chronischen Erkrankungen (zum Beispiel bei Diabetes, COPD oder Herzinsuffizienz) erfolgreich eingesetzt.

Weitere telemedizinische Anwendungen werden entwickelt und erprobt und stehen vor der Einführung. Das damit verbundene Unterstützungs-, Einspar- und Qualitätssicherungspotenzial steht in Deutschland erst am Anfang. Schließlich wird mit der elektronischen Gesundheitskarte auch die nötige Telematikinfrastruktur kommen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass das Bundesgesundheitsministerium mit Nachdruck auf die zügige Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur Aktualisierung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs drängt.

Die DGTelemed unterstützt den Beschluss der 86. Gesundheitsministerkonferenz aus dem vergangenen Jahr zur grundlegenden Novellierung der §§ 291 a und 291 b SGB V: insbesondere die Neuregelung der Entwicklung und Einführung von (Fach-) Anwendungen und eine rechtswirksame Beteiligung der Länder bei wesentlichen Entscheidungen; hier insbesondere die Berücksichtigung neuer Anforderungen an das Gesundheitssystem, des technischen Fortschritts und der Erkenntnisse aus laufenden Projekten in den Ländern.

Auch der Beschluss der GMK zur stärkeren Förderung der Telemedizin für eine schnellere Überführung in die Regelversorgung wird mit Nachdruck unterstützt. Die demografische Entwicklung und die künftige Organisation der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen erfordern nicht nur politisches Handeln, sondern auch praktische Umsetzung. Telemedizinische stationäre und ambulante Leistungen in der Regelversorgung werden dazu beitragen, die medizinische Versorgung auf hohem Niveau zu sichern. Allerdings bedarf es dazu entschlossenen politischen Handelns.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin empfiehlt, gemeinsam mit medizinischen wissenschaftlichen Fachgesellschaften daran zu arbeiten, für unterschiedliche telemedizinische Anwendungen in den jeweiligen medizinischen Fachgebieten die den Nachweis von Evidenz unterstützen sollen.

Als Beispiel in diesem Zusammenhang kann die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft erwähnt werden, die auf diesem Wege konsiliarische Leistungen in telemedizinischen Schlaganfall-Netzwerken in die Regelversorgung überführt hat. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin versichert dem neuen Gesundheitsminister, mit Engagement an der Umsetzung der vielfältigen Aufgaben im Rahmen der Möglichkeiten mitzuwirken und bietet dem Bundesgesundheitsministerium Unterstützung an.

Bundeskanzlerin setzt auf Telemedizin

Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom 29. Januar 2014 im Deutschen Bundestag: "Die Bundesregierung will dafür Sorge tragen, dass die medizinische Versorgung verbessert wird, insbesondere bei der Versorgung mit Fachärzten. Jeder muss schnell und gut behandelt werden. Die hohe Qualität unserer medizinischen Versorgung muss auch in Zukunft gerade im ländlichen Raum gesichert werden. Dabei spielt die Entwicklung der Telemedizin im Übrigen eine zentrale Rolle."

Veranstaltungen

24. Februar 2014
Risikomanagement Patientenüberwachung – Alarmierung
Bochum, ZTG, www.ztg-nrw.de

26. Februar 2014
Markt der Möglichkeiten – Telematik und Telemedizin zum Anfassen!
Düsseldorf, ZTG, www.ztg-nrw.de

11. März 2014
Wirtschaftsgespräche: Telemedizin und vernetzte Medizin – was können Bundesländer leisten?
Berlin, DGTelemed, www.dgtelemed.de/de/veranstaltungen

12. März 2014
Schnittstellen im Gesundheitswesen von HL7 bis IHE
Bad Kissingen, Zentrum für Telemedizin, www.ztm-badkissingen.de

12. Juni 2014
3. Frühjahrstagung Telemedizin: Fair verteilt! Finanzierungsmodelle und strategien für Telemedizin
Düsseldorf, DGTelemed/Landes verband NRW, www.dgtelemed.de

6. - 7. November 2014
5. Nationaler Fachkongress Telemedizin
Berlin, DGTelemed, www.telemedizinkongress.de

DGTelemed-Kontakte

Als Mitglied der DGTelemed hat jeder die Möglichkeit, zu vielen Experten der Telemedizin Kontakt aufzunehmen. In der DGTelemed findet man Vertreter von Krankenhäusern, mittelständischen Unternehmen der Branche sowie Ge schäftsführer und Vorstände, Be ratungs- und Dienstleistungsunternehmen, Mediziner unterschiedlichster Fachrichtungen, Rechtsanwälte und Hochschulen, Universitäten und sonstige Vereine.

DGTelemed-Mitglied werden

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin(DGTelemed) ist eine bundesweite Vereinigung zur Förderung, Verbreitung, Markteinführung und Publizierung moderner, innovativer Entwicklungen, Lösungen und Produkte in der Telemedizin. Die DGTelemed versteht sich als Forum für Kommunikation, Diskussion und Interessenvertretung in der Telemedizin in Deutschland und Europa.

Die DGTelemed will

  • die Zusammenarbeit, Vernetzung und Patientenversorgung durch Nutzung moderner IuK-Techno - logien optimieren,
  • den Aufbau von Versorgungsnetzwerken anregen,
  • vorhandene telemedizinische Potenziale öffentlich darstellen und nutzbar machen.

Als Fachgesellschaft für Telemedizin

  • organisiert und führt sie Experten der Telemedizin zusammen,
  • stellt sie Expertisen auf Anfrage zur Verfügung,
  • fordert sie einheitliche Standards und klar definierte Schnittstellen ein.

Die DGTelemed ist Plattform für den Erfahrungsaustausch: Mehr als 2.000 Teilnehmer nutzten den jährlich im November in Berlin stattfindenden Nationalen Fachkongress Telemedizin. Darüber hinaus finden regionale Fachtagungen in den Landesverbänden statt.
Satzung, Beitragsordnung und Aufnahmeantrag unter www.dgtelemed.de