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Pressemeldung DGTelemed, 06.11.2014

Telemedizinpreis 2014 geht nach NRW und Berlin

Telematik in der Intensivmedizin und Vernetzte ärztliche Pflegeheimversorgung sind die Gewinner des Karl Storz Telemedizinpreises des Jahres 2014. Die Jury schätzt ein, dass die Qualität der eingereichten Wettbewerbsbeiträge gestiegen ist. Das strukturorientierte Potenzial telemedizinischer Anwendungen wird zunehmend erkannt und in entsprechende Systemmodelle eingepflegt.

06.11.2014, Berlin. Der von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) zum siebten Mal ausgeschriebene Karl Storz Telemedizinpreis für das Jahr 2014 geht an die Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen/NRW für das Projekt TIM Telematik in der Intensivmedizin und an Frau Irmgard Landgraf, Fachärztin für Innere Medizin Hausarztpraxis am Agaplesion Bethanien Sophienhaus Berlin für das Projekt Vernetzte ärztliche Pflegeheimversorgung. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro wird von dem Unternehmen KARL STORZ GmbH & Co. KG als Sponsoring getragen.

Die Jury ging in ihrer Entscheidung für das Projekt TIM davon aus, dass in der Intensivmedizin  in den nächsten Jahren aufgrund von steigender Lebenserwartung  und neuen, oft speziellen Behandlungsoptionen, ein zunehmender Kapazitätsbedarf entstehen wird. Daher wird ein Ungleichgewicht zwischen dem Angebot an hochqualifizierten Intensivmedizinern & deren Verfügbarkeit prognostiziert. Daraus entstehen zukünftige Versorgungsengpässe, die innovative Versorgungskonzepte erfordern, die die medizinische Versorgung weiterhin gewährleisten. Das Projekt TIM birgt das Potential, genau diese Situation nachhaltig zu beeinflussen, da im Bereich der Intensivmedizin die universitär exzellente intensivmedizinische Expertise in die Fläche gebracht werden kann. Somit entsteht ein unterstützender Faktor für kleinere Intensiveinheiten, da sich dort die Arbeitsmarktsituation als erstes auswirken wird. Dadurch steigen die Erfolgschancen im weiteren Verlauf der Behandlung, und es können mehr Leben gerettet werden. Der bereits in den Alltag integrierte Produktivbetrieb des Projektes führte zu einer hohen Anzahl an teleintensivmedizinischen Visiten. Diese Kooperation gewährleistet eine höhere Leitlinienadhärenz und führt zu positiven Behandlungsergebnissen. Die Jury wertete auch das Engagement der Projektinitiatoren und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) zur Beantragung einer Komplexziffer „Tele-Intensivmedizin“ beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), da dies zu einer Regelvergütung führen kann. Das Projekt Telematik in der Intensivmedizin (TIM), zeigt, dass der Ansatz intensivmedizinische Expertise von Häusern der Maximalversorgung auch Häusern der Grund- und Regelversorgung zur Verfügung zu stellen geeignet ist, die Intensivmedizinische Versorgung in diesen Häusern – und damit auch in ländlichen Regionen – substantiell und nachhaltig zu verbessern.

Das zweite Siegerprojekt - Vernetzte ärztliche Pflegeheimversorgung - ist ein Beitrag zur nachhaltigen, zugleich mit einfachen Mitteln erreichbaren Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von großen – in der Zukunft zunehmenden - Bevölkerungsgruppen im Pflegebereich in Deutschland. Gemessen daran hat es einen hohen Stellenwert mit nachhaltigen positiven Auswirkungen in einem problembehafteten Bereich der Pflegeversorgung. Die Jury möchte mit der Anerkennung des unermüdlichen Einsatzes von Frau Landgraf ein Zeichen dafür setzen, dass durch Nutzung moderner Kommunikations- und Informationstechnologien und vernetzter Zusammenarbeit insbesondere auch in ländlichen Regionen Patienten, Pflegeeinrichtungen und betreuende Ärzte profitieren können. Da es in diesem Bereich anwendungsbezogener Telemedizin noch keine gesetzliche Regelvergütung gibt, ist das Engagement von Frau Landgraf umso mehr zu würdigen.

Die Jury, der Wissenschaftliche Beirat und der Vorstand der DGTelemed  bedanken sich bei allen Wettbewerbsteilnehmern ausdrücklich für die eingereichten Wettbewerbsprojekte und –initiativen, deren Qualität auch in der Breite im Vergleich zu Vorjahren gestiegen ist. Der Wissenschaftliche Beirat und der Vorstand der DGTelemed danken dem Unternehmen KARL STORZ GmbH & Co. KG und insbesondere der Geschäftsführerin Frau Dr. h. c. mult. Sybille Storz für das anhaltende Engagement in Gestalt der Förderung dieses Preises.

Über die DGTelemed:

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e.V. (DGTelemed)  ist eine bundesweite Vereinigung zur Förderung, Verbreitung, und Publizierung moderner, innovativer Entwicklungen, Lösungen und Produkte in der Telemedizin. Sie versteht sich als Fachgesellschaft für Telemedizin, die Experten der Telemedizin organisiert und zusammenführt. Die DGTelemed ist Plattform für den Erfahrungsaustausch von Experten und organisiert diesen. Mitglieder sind Krankenhäuser, Ärzte, Wissenschaftler, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen der Medizintechnik und Pharmazie, Beratungs- und Dienstleistungsunterneh­men, Krankenkassen, ärztliche Körperschaften, IT-Unternehmen und weitere Institutionen und Persönlichkeiten. Die DGTelemed  fördert die Kontakte ihrer  Mitglieder untereinander sowie mit Partnern aus Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Wirtschaft im deutschen und europäischen Gesundheitsmarkt.

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