Presse - Januar 2015

KTM - Krankenhaus Technik + Management 01-02/2015, Seiten 51-52

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

Erfolgreicher Fachkongress in Berlin

Der 5. Nationale Fachkongress Telemedizin ging am 7. November 2014 erfolgreich zu Ende. Trotz widriger Umstände infolge des deutschlandweiten Lokführerstreiks kamen 270 Teilnehmer nach Berlin. Zen trales Thema war die Frage: Wie können mithilfe telemedizi - nischer Anwendungen und moderner Technologien drohende Niveauunterschiede in der medizinischen Ver sorgung der Patienten vor allem in ländlichen Regionen verhindert werden? ,Telemedizin - Insellösungen als Strategie?‘ lautet daher auch das Motto der zweitägigen Kongress veranstaltung im Berliner Ellington Hotel. Der Kongress wurde von einer Industrieaus stellung begleitet. Auf dem Prüfstandstand standen Strukturen des deutschen Gesundheitswesens vor dem Hintergrund demografischer Entwicklung und schneller Innovationszyklen im Zeitalter des Internets. Die Sicht der Bundesregierung vertrat Oliver Schenk, Abteilungsleiter Grund satzfragen der Gesund - heitspolitik im Bundesgesundheitsministerium: Er bekräftigte in seinem Vortrag, dass ein künftiges E-Health-Gesetz unter anderem die Voraus setzungen dafür schaffen soll, dass Medikationspläne und Entlassbriefe verbindlich auf der Telematikinfrastruktur zur Anwendung kommen. Zudem soll ein geplantes Schnittstellen-Verzeichnis künftig dafür sorgen, dass alle Telemedizinnutzer miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.

Engagement für Telemedizin am Beispiel NRW

Der DGTelemed-Landesverband NRW hatte im November 2014 zum nächsten Treffen der Mitglieder nach Bochum eingeladen; Gastgeber war diesmal die ZTG GmbH. Landesverbandssprecher Reimund Siebers, Unternehmens entwickler des Städtischen Krankenhauses Maria Hilf Brilon, begrüßte besonders Wolfgang Loos, der als geschäftsführendes Vorstandsmitglied über die Arbeit der Gesellschaft berichtete. In der folgenden anregenden Diskussion konnte das Vorstandsmitglied einige interessante Anregungen nach Berlin mitnehmen: Der Landesverband solle zum Beispiel im Zuge bevorstehender Ausschreibungen in NRW auf eine nachhaltige Umsetzung künftiger Projekte drängen. Weitere Treffen am Rande künftiger Veranstaltungen der DGTelemed wurden verabredet, beispielsweise in diesem Jahr während der vierten Frühjahrstagung der Gesellschaft am 18. Juni 2015 im Ärztehaus Düsseldorf.

Die DGTelemed zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin sieht im Rahmen des mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz geplanten Innovationsfonds ein hohes Potenzial für die Weiterentwicklung telemedizinischer Versorgungskonzepte. Die DGTelemed plädiert deswegen ausdrücklich für die Aufnahme telemedizinischer Lösungen in den Katalog der ,neuen Versorgungsformen‘ zur Erreichung einer Förderfähigkeit. Weiter sieht die Gesellschaft einen hohen Bedarf, die Evaluationsmethodik für telemedizinische Versorgungskonzepte weiterzuentwickeln: Durch die große Nähe an der realen Versorgung sind ,klassische‘ epidemiologische Methoden nicht immer möglich. Außerdem ist eine evidenzbasierte Evaluation des Einsatzes von Telemedizin dort nicht erforderlich, wo evidenzbasierte medizinische Anwendungen lediglich telemedizinisch unterstützt, also nicht verändert werden. Im Rahmen der Möglichkeiten des Innovationsfonds können geeignete Evaluationsmethoden gezielt weiterentwickelt und implementiert werden. Insbesondere in dünnbesiedelten Regionen besteht die Notwendigkeit, vernetzte, regionale Versorgungsmodelle zu entwickeln und zu implementieren. Telemedizinische Funktionalitäten, eingebettet in regionalen Versorgungskonzepten, können bestimmte Aufgaben in der Versorgung sinnvoll unterstützen und optimieren. Der Vorstand und Mitglieder der DGTelemed begrüßen ausdrücklich den Referentenentwurf zum Versorgungsstärkungsgesetz, der im Oktober 2014 vorgelegt wurde.

Parlamentarischer Abend in Berlin

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin unterstützte einen Parlamentarischen Abend, den das Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR) organisiert hatte. Am 3. De zember 2014 wurden in Berlin unter dem Motto ,Die Kraft der Regionen. Kompetenz für die Gesundheit von morgen‘ Perspektiven des im neuen Versorgungsstärkungsgesetz ge planten Innovationsfonds diskutiert. 300 Millionen Euro sollen - so der Plan der Regierungskoalition - jährlich in die Entwicklung und Erprobung neuer Versorgungsformen fließen. Der Abend war erneut eine gute Gelegenheit, sich darüber mit Abgeordneten des Bundestags auszutauschen.

Deutsch-russische Kooperation

Die deutsche und die russische Gesellschaft für Telemedizin haben am Abend des ersten Tags des 5. Nationalen Fachkongresses Telemedizin eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. In Anwesenheit von mehr als 100 Teilnehmern des Kongresses, die zur Preisverleihung des Karl-Storz-Telemedizinpreises gekommen waren, besiegelten die beiden Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns und Prof. Andrey Selkov die künftige Zusammenarbeit. Die russische Organisation RATM organisiert wichtige russische Akteure und Gesundheitsfachkräfte, die sich für die Anwendung der Telemedizin einsetzen. Beide Organisationen haben sich entschieden, eine langfristige und enge wissenschaftliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Telemedizin zu etablieren. RATM und DGTelemed tauschen dazu regelmäßig und kontinuierlich Informationen über wichtige Ereignisse und innovative wissenschaftliche Projekte auf dem Gebiet der Telemedizin in ihren Ländern aus. Weitere Kooperationen bestehen mit den Telemedizingesellschaften in Frankreich und den USA.

Zukunftsprogramm ,Gesundheit und Pflege 2020‘ vorgestellt

Gesundheitsminister Alexander Schweitzer hat im Herbst 2014 in Mainz mit 350 Gästen und Akteuren des Gesundheitswesens über das Zukunftsprogramm ,Gesundheit und Pflege 2020‘ diskutiert. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz wertet das Programm als eines der zentralen sozialen Handlungsfelder der Landesregierung in einer älter werdenden Gesellschaft. Sektorenübergreifende Versorgungsmodelle, die zukünftige Sicherung des Fachkräftebedarfs sowie die Technikunterstützung in der medizinischen und pflegerischen Versorgung im ländlichen Raum sind dabei zentrale Themen, so der Minister. Als ein zukunftsweisendes Handlungsfeld hob Schweitzer die Telematik hervor: „Wir wollen die telemedizinische Unterstützung von Patienten in ihrer häuslichen Umgebung, die telematische Zusammenarbeit von stationärer und ambulanter medizinischer Versorgung und spezialisierte sowie regionale Krankenhäuser, Reha- und Pflegeeinrichtungen in der Fläche fördern.“ Die DGTelemed begrüßt diese Initiativen und wird bei der Umsetzung des Programms behilflich sein. Das unterstrich das geschäftsführende Vorstandsmitglied Wolfgang Loos in einem Gespräch mit dem Gesundheitsminister am Rande der Veranstaltung.

Mehrheit der Ärzte befürwortet flächendeckende Einführung von Telemedizin

Die Mehrheit der im Rahmen eines Projekts 2014 in Kaiserslautern befragten Ärzte ist für eine flächendeckende Einführung von Telemedizin zur Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen in ihrem Arbeitsumfeld. Sie erwarten davon unter anderem eine Optimierung der Versorgung und eine Erhöhung der Therapietreue. Eine gemeinsame elektronische Patientenakte wird von den Medizinern als weniger wichtig eingeschätzt. Das sind einige Ergebnisse der Befragung des Fraunhofer-Instituts für Software-Engineering, der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke und des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern, die auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Düsseldorf präsentiert wurde. Telemedizinische Versorgungsangebote ermöglichen es, „der Zunahme an chronischen Erkrankungen und den strukturellen Veränderungen der medizinischen Angebotssituation, zum Beispiel die abnehmende Verfügbarkeit fachärztlicher Exper tise im ländlichen Raum, zu begegnen. Zusammenfassend steht die Mehrzahl der befragten Ärzte (58,3 Prozent) einer flächendeckenden Einführung von Telemedizin in ihrem Arbeitsumfeld positiv gegenüber. Nur eine Minderheit von 12,5 Prozent spricht sich gegen Telemedizin aus“, so die Studienautorin Silke Steinbach. Allerdings wollen die Mediziner die Telemedizinleistungen auch entsprechend vergütet sehen.

Veranstaltungen

18. Juni 2015
4. Frühjahrstagung Telemedizin, w.loos@dgtelemed.de, www.dgtelemed.de/www.ztg-nrw.de

16. September 2015
IT-Trends Medizin – Health Telematics 2015, a.wewer@ztg-nrw.de, www.it-trends-medizin.de

23. September 2015
3. Telemedizinkongress Bad Kissingen, dresbach@ztm-badkissingen.de, www.ztm-badkissingen.de