Presse - März 2015

KTM - Krankenhaus Technik + Management 03/2015, Seiten 55-56

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

Karl-Storz-Telemedizinpreis verliehen

Der von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) zum siebten Mal ausgeschriebene Karl-Storz-Innovationspreis Telemedizin ging 2014 an die Klinik für Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen/ NRW für das Projekt Telematik in der Intensivmedizin (TIM) und an Irmgard Landgraf, Fachärztin für Innere Medizin (Hausarztpraxis am Agaplesion Bethanien Sophienhaus Berlin), für das Projekt ‚Vernetzte ärztliche Pflegeheimversorgung‘. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro wird von der Karl Storz GmbH & Co. KG als Sponsoring getragen.

Das Projekt TIM zeigt, dass der Ansatz, intensivmedizinische Expertise von Häusern der Maximalversorgung auch Häusern der Grund- und Regelversorgung zur Verfügung zu stellen, geeignet ist, die intensivmedizinische Versorgung in diesen Häusern – und da mit auch in ländlichen Regionen – substantiell und nachhaltig zu verbessern. Das zweite Siegerprojekt (Vernetzte ärztliche Pflegeheimversorgung) ist ein Beitrag zur nachhaltigen, zugleich mit einfachen Mitteln erreichbaren Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität großer – in der Zukunft zunehmender – Bevölkerungsgruppen im Pflegebereich in Deutschland. Gemessen daran hat es einen hohen Stellenwert mit nachhaltigen positiven Auswirkungen in einem problembehafteten Bereich der Pflegeversorgung. Die Jury, der Wissenschaftliche Beirat und der Vorstand der DGTelemed bedanken sich bei allen Wettbewerbsteilnehmern ausdrücklich für die eingereichten Wettbewerbsprojekte und -initiativen, deren Qualität auch in der Breite im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen ist. Der Wissenschaftliche Beirat und der Vorstand der DGTelemed danken der Karl Storz GmbH & Co. KG und insbesondere der Geschäftsführerin Dr. h. c. mult. Sybille Storz für das anhaltende Engagement in Gestalt der Förderung dieses Preises.

Motivationspreis der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall- Hilfe hat Anfang Februar 2015 im Ottobock Science Center in Berlin ihren Motivationspreis verliehen. Sie zeichnete Menschen aus, die sich vorbildlich im Kampf gegen den Schlaganfall engagieren. Schlaganfallbetroffene, Selbsthilfegruppen, Ärzte und Kliniken aus ganz Deutschland konnten ihre persön lichen Schlaganfall-Helden für den Preis nominieren: Menschen, die für sich oder andere ein ganz besonderes Engagement im Kampf gegen den Schlaganfall und seine schweren Folgen gezeigt haben. Eine achtköpfige Jury suchte aus den vielen Vorschlägen jene Geschichten aus, die sie am meisten beeindruckten. Unter den Preisträgern war auch Willi Daniels aus Steinhöring (Bayern), Sprecher des DGTelemd-Landesverbands Bayern, der den zweiten Platz in der Kategorie Selbsthilfe erreichte. Daniels engagiert sich seit vielen Jahren in der Selbsthilfe. Doch gerade weniger mobile Schlaganfallbetroffene erreichte er damit nicht. Deshalb gründete er eine Online-Selbsthilfegruppe, die inzwischen 1.900 Mitglieder zählt. Fast rund um die Uhr moderiert er die Gruppe, vermittelt Kontakte oder leitet Fragen an Experten weiter.
Der Vorstand der DGTelemed gratulierte sehr herzlich: „Wir freuen uns, mit Willi Daniels einen engagierten Verfechter für Telemedizin in unseren Reihen zu haben“, so Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns im Glückwunschreiben.

RadioConsil am Universitätsklinikum Dresden

Das RadioConsil ist ein Zweitmeinungsservice zu radiologischen Untersuchungen, der vom Universitätsklinikum Carl Gustaf Carus Dresden angeboten wird. Er steht vertraglich angebundenen Kliniken in Sachsen und Brandenburg rund um die Uhr und an sieben Tagen der Woche zur Verfügung. Der Service soll externen Kliniken und Praxen einen einfachen Zugang zu Meinungen und Empfehlungen von Spezialisten ermöglichen, die nur an einem Universitätsklinikum vorgehalten werden. Das RadioConsil ist ein zentraler Dienstleister für den Empfang und die Übertragung digitaler Bilddaten zwischen den angebundenen Kliniken und dem Universitätsklinikum. Für eine möglichst barrierefreie Nutzung sind die Systemvoraussetzungen besonders niedrig gehalten. Der Service verwendet eine überall verfügbare IT-Struktur (einschließlich PACS) und die Verfügbarkeit sicherer Breitbandinternetzugänge (VPN). Die Bilddaten werden über VPN an einen speziellen Server des PACS am Universitätsklinikum in Dresden übertragen. Parallel wird ein für den Zweitmeinungsservice entworfenes Standardformular per Fax an eine spezielle Nummer des Universitätsklinikums Dresden gesendet, in dem die wichtigsten klinischen Informationen, die bisherigen Diagnosen und die aktuelle Fragestellung dokumentiert sind. Die angefragte Fachdisziplin gibt umgehend eine Stellungnahme und gegebenenfalls eine Empfehlung für das weitere Prozedere ab.
Die Stellungnahme zum angefragten Konsil erfolgt in schriftlicher Form und wird per eFax an die anfragende Klinik zurückgesendet. Zusätzliche telefonische Stellungnahmen und Empfehlungen sind ebenfalls möglich. Seit August 2012 wird das RadioConsil vom Universitätsklinikum Dresden angeboten und umfasst gegenwärtig 40 kooperierende Kliniken in Sachsen und Brandenburg. Die Frequenz beträgt ca. 250 Studien pro Monat und umfasste in den letzten zwölf Monaten 2.440 Studien. Die Konsile führten in diesem Zeitraum zu 449 Übernahmen von Patienten ans Universitätsklinikum Dresden. Durch den hohen Case Mix Index (CMI) der übernommenen Patienten führte der Erlös zu einer Überkompensation der Kosten und letztendlich zu einem wirtschaftlichen Gewinn für den Anbieter.
Das Projekt zählte 2014 zu den Bewerbern um den Karl-Storz-Telemedizinpreis der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin.

Telemedizinisch unterstützte Nachsorge nierentransplantierter Patienten

Schlüsselfaktoren für eine möglichst lange Organfunktion und die Patientengesundheit nach einer Nierentransplantation sind eine erfolgreiche Operation und eine bestmögliche Nachsorge. Wichtige Grundlage einer langfristig sicheren Organfunktion ist, dass transplantierte Patienten möglichst früh ein hohes und stabiles Maß an therapietreuer Einnahme erreichen. Am Transplantationszentrum der Universitätsklinik Freiburg wurde bereits 2010 das Projekt ,Nachsorge nierenlebend-transplantierter Patienten mit telemedizinischer Unterstützung‘ entwickelt. Damit entstand ein Versorgungskonzept, das eine Hochrisikogruppe von Patienten erfasst.
Trotz relativ kleiner Patientengruppen, bei denen erfahrungsgemäß und validiert hohe Kosten zu erwarten sind, ließ das Projekt schon zu diesem Zeitpunkt einen medizinischen und ökonomischen Nutzen erwarten. In einer jetzt abgeschlossenen prospektiven, kontrollierten, randomisierten Projektstudie mit 50 nierenlebend-transplantierten Patienten zeigten sich deutliche positive Effekte zugunsten der Telemedizin-Gruppe. Es kam zu deutlich weniger und kürzeren ungeplanten Krankenhausaufenthalten.
Durch eine frühe und adäquate Behandlung konnten stationäre Behandlungen verringert oder sogar vermieden werden. Dieses Ergebnis hat auch wesentlichen Einfluss auf die körperlich erlebte Lebensqualität. Mit dem Projekt konnte nachgewiesen werden, dass durch telemedizinisch unterstützte Nachsorge eine klare Verbesserung der Versorgungsqualität für nierentransplantierte Patienten nach Lebendspende mit medizinischen und psycho-sozialen Vorteilen möglich wird. Sie verhilft den Patienten zu mehr gesunder Lebenszeit und spart den Kostenträgern Geld. Aufgrund der positiven Projektergebnisse wird die telemedizinisch unterstützte Nachsorge Patienten am Universitätsklinikum Freiburg inzwischen als Standarddienstleistung angeboten. Das Projekt wurde anlässlich des ersten nationalen Fachkongresses Telemedizin 2010 durch die DGTelemed mit dem Karl-Storz-Telemedizinpreis geehrt.