Presse - Juni 2015

KTM - Krankenhaus Technik + Management 06/2015, Seiten 52-53

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

Stellungnahme zum E-Health-Gesetz

In einer Stellungnahme der DGTelemed wird der Entwurf eines E-Health-Gesetzes des BMG grundsätzlich begrüßt, zugleich aber kritisiert, dass die Absicht, telemedizinische Leistungen zu fördern, nur marginal umgesetzt wird. Sie erscheint an verschiedenen Stellen des Referentenentwurfs nur als Randnotiz. Auch unternimmt der Gesetzentwurf keinen Versuch, die Nutzenbewertung telemedizinischer Leistungen an aktuelle medizinische und technologische Entwicklungen anzupassen. Es ist lediglich vorgesehen, eine festgelegte Vergütung für Krankenhäuser und Ärzte einzuführen, wenn sie einen elektronischen Entlassbrief in der Praxis erstellen. „Das reicht allerdings nicht aus, um vor allem ambulante telemedizinische Leistungen zur Anwendung zu bringen“, betont Wolfgang Loos, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied in seiner Wertung des Entwurfs.

Anspruch auf Gleichheit der Lebensverhältnisse gewährleisten

Nach Auffassung der DGTelemed ist die Beschleunigung der Umsetzung positiv bewerteter telemedizinischer Anwendungen auch verfassungsrechtlich geboten: Die Artikel 3 und 20 des Grundgesetzes beinhalten unter anderem das verfassungsrechtliche Gebot an staatliche Organe, die Gleichheit der Lebensverhältnisse aller Bürger – unabhängig vom Wohnort – zu gewährleisten. Das Anrecht auf gleichwertige Lebensverhältnisse umfasst auch den Anspruch auf eine gleichwertige Gesundheitsversorgung und den Zugang dazu. „Dieser Anspruch ist verletzt, wofür die Schlaganfallversorgung ein Beispiel bietet: Während Untersuchung und Versorgung von Schlaganfallpatienten durch flächendeckende telemedizinische Schlaganfallnetze in einigen Regionen Deutschlands substanziell verbessert sind, hängt es in anderen Regionen vom Zufall ab, ob und wie schnell Schlaganfallpatienten in ein Krankenhaus mit Stroke Unit gebracht werden“, erklärt DGTelemed-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns.

Neue Mitglieder

Auch 2015 wächst die DGTelemed weiter. Prof. Dr. med. Friedrich Köhler, Charité Universitätsmedizin Berlin, Jan Kopitziok, Berlin, Dr. med. Steffen Hitzeroth, Schwalbach am Taunus, und Prof. Dr. Michael Arnold-Wahl, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Berlin, verstärken als Einzelmitglieder die DGTelemed. Darüber hinaus begrüßte der Vorstand die Unternehmen Institut für angewandte Telemedizin aus Bad Oeynhausen (Leiter: Dr. med. Martin Schulz) und Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung Düsseldorf (Geschäftsführer: Bernd Altpeter) als neue Mitglieder der DGTelemed. Mehr Sicherheit und eine optimale Versorgung der Patienten versprechen die Programme und Studien des Instituts für angewandte Telemedizin (Ifat) des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ) NRW in Bad Oeynhausen. Mithilfe der Fachrichtung ,Telemedizin‘, die alle Formen medizinischer Informationen umfasst, die über eine räumlich relevante Distanz mittels moderner Datenübertragung ausgetauscht werden, schlägt das Ifat neue Wege ein. Es ist in medizinische Qualitätsstudien eingebunden und forscht zu verschiedenen kardiologischen und telemedizinischen Fragestellungen. Das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) wurde im März 2013 in Düsseldorf gegründet und hat sich auf die telemedizinische Versorgung und Betreuung von Menschen in der Primär-, Sekundärund Tertiärprävention chronischer Krankheiten spezialisiert.

Mitglieder informieren

ZTG GmbH, Bochum: Hier sind Telematik und Telemedizin zu Hause

Das Anwenderzentrum eGesundheit in den Räumlichkeiten des ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin in Bochum entwickelt
sich immer mehr zur Anlaufstelle für Telematik- und Telemedizin -interessierte. Sowohl Mediziner als auch Patienten können sich dort seit über einem Jahr anhand von Live-Demonstrationen über nutzerorientierte Telematik- und Telemedizinlösungen informieren. Anfang Februar 2015 nutzte der Patientenbeirat des Medizinischen Qualitätsnetzes Bochum (MedQN) die Räumlichkeiten des Anwenderzentrums für ein Treffen.

Dr. Roßbach, Mausch & Dr. Dangers GmbH, Schwerin: kostenloser Probemonat bei arztkonsultation.de

Die Ausweitung der Telemedizin wird in Deutschland von Politikern schon lange gefordert, aktuell durch das E-Health-Gesetz. Frühere Telekonsultationsansätze zwischen Ärzten und Patienten scheiterten allerdings oder stehen in der Kritik. Das Onlineportal arztkonsultation.de bietet dagegen ein Telekonsultationskonzept, das nach eigener Darstellung mit hohen Datenschutzund Sicherheitsstandards ausgestattet und mit der ärztlichen Berufsordnung vereinbar ist. „Arztkonsultation.de ist ein innovatives Konzept. Und es ist aus verschiedenen Gründen wünschenswert, diese telemedizinische Anwendung zügig in die Fläche zu bringen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V.

Institut für Community Telemedicine, Greifswald:

DGTelemed-Vorstandsmitglied PD Dr. Neeltje van den Berg vom Institut für Community Telemedicine, Greifswald, hat in einer Studie positive Auswirkungen der telemedizinischen Betreuung von Herzpatienten dargestellt. Im Ergebnis konnte demnach nachgewiesen werden: Patienten geben dank Telemedizin mehr auf sich acht, weil sie sich besser betreut fühlen. Sie haben bessere Überlebenschancen und müssen seltener ins Krankenhaus. Sie können Befunde wie Gewicht, Blutdruck oder auch ihr EKG dem behandelnden Arzt elektronisch übermitteln, der bei Bedarf die Therapie anpasst.