Presse - Juli 2015

E-HEALTH-COM 04 2015, Seite 52

DER DIALOG GEHT WEITER...

Seit mehreren Jahren ist die DGTelemed bemüht, mit Wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Rahmen des jährlichen Fachkongresses Telemedizin in Berlin den Dialog zum Thema Telemedizin zu führen.

Krebsgesellschaft fordert Ausbau von Telemedizin Die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt forderte anlässlich des diesjährigen Weltkrebstages den Ausbau von Telemedizin in der Krebstherapie. Die Zukunft sieht die Gesellschaft in Telemedizin: Krebstherapie über Videokonferenzen zwischen Haus- und Facharzt und Beratungshotlines sind Wege, die unbedingt vorangetrieben werden müssten.
Nur so kann die Versorgung von Betroffenen in ländlichen Gebieten auch in Zukunft sichergestellt werden. In Sachsen gibt es bereits seit 2010 Krebsdiagnosen via Telemedizin. Fachexperten des Tumorzentrums setzen sich dabei wöchentlich mit Ärzten in Landkliniken zusammen.

Telemedizin muss Sektorengrenzen überwinden
In einem Interview mit dem Ärzteblatt erklärte Priv. Doz. Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), dass sich die klassische Arzt-Patienten-Beziehung im Umbruch befindet. Telemedizinische Konzepte haben durchaus das Potenzial, die Versorgung zu verbessern oder auf einem hohen Niveau zu halten. Sie können zum Beispiel Behandlungsdefizite früher sichtbar machen und gegebenenfalls die Zahl der Arztbesuche und der Spätkomplikationen senken. Eines der großen Probleme in der Versorgung sind die Mauern zwischen den Versorgungssektoren, vor allem zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor. „Sinnvolle telemedizinische Projekte müssen hier ansetzen und die transsektorale Versorgung verbessern“, so Dr. Siegel weiter.

Kommission Digitale Nephrologie gegründet
Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie hat eine Kommission Digitale Nephrologie gegründet. Eine der wichtigsten Säulen in der Diagnostik und Therapie von nephrologischen Patienten ist die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, aber auch zwischen den beteiligten Ärzten. Über das Internet entstehen gleichzeitig neue Dienstleistungen, die es Patienten erlauben, sich zu informieren. Die Nephrologie ist das medizinische Fachgebiet, in dem die digitale Qualitätskontrolle im ambulanten Bereich am meisten ausgebaut ist. Das betrifft die Betreuung von Dialysepatienten sowie das Management von transplantierten Patienten. Diese Prozesse werden vonseiten der DGN begleitet, um bei den beteiligten Institutionen und der Industrie frühzeitig die Interessen der klinischen Nephrologie zu vertreten und Akzente zu setzen. Vorsitzender der Kommission ist Dr. med. Stefan Becker M.B.A., Klinik für Nephrologie des Universitätsklinikums Essen. Eine erste Konferenz der Kommission findet am 13.06.2015 in Münster statt.

Der Dialog mit Wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird zum 6. Nationalen Fachkongress Telemedizin im November in Berlin fortgesetzt.