Presse - September 2015

KTM - Krankenhaus Technik + Management 09/2015, Seiten 53-54

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

Internationale Kooperation in Telemedizin

Die deutsche Meytec GmbH Informationssysteme und die schwedische Medfield Diagnostics AB haben eine langfristige Kooperation beschlossen, um das Gesundheitswesen mit effizienten integrierten präklinischen und klinischen Lösungen für eine bessere Diagnostik und Behandlung des Schlaganfalls zu unterstützen. Beide Unternehmen führen jetzt ihre Technologien zusammen. Ziel ist, den Markt mit integrierten Diagnose- und Telemedizinlösungen in Rettungsfahrzeugen sowie stationären Anwendungen für die prähospitale Schlaganfalldiagnostik und -behandlung zu versorgen. Beispiele sind die neue Mikrowellentechnologie und das Produkt Strokefinder MD 100 des schwedischen Unternehmens, die die Diagnose eines Schlaganfalls noch im Krankenwagen oder sogar vor Ort ermöglichen sollen, bevor der Patient in die Klinik transportiert wird. Entscheidend für das Ergebnis ist ein zuverlässiger Informationsund Datenaustausch zwischen der Krankenhaus. Die Meytec GmbH Informationssysteme begann vor 13 Jahren mit der Entwicklung von Telemedizinsystemen für die Unterstützung der Schlaganfalldiagnostik über große Entfernungen. Heute gehört dazu auch die Entwicklung von Techno logien zur prähospitalen Diagnostik und Therapie in Rettungsfahrzeugen. Die beiden Akteure engagieren sich seit Jahren auch in der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin.

Telemedizin als Baustein moderner medizinischen Versorgung im ländlichen Raum

Die Enquete-Kommission des Landtags ,Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern‘ hatte Anfang des Jahres ein Gutachten zum Thema ,Gesundheit und Pflege‘ in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden in Anhörungen mit Experten diskutiert. Auch die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin war eingeladen und wurde vom geschäftsführenden Vorstandsmitglied Wolfgang Loos vertreten. Die Ergebnisse des Gutachtens und die Expertenbeiträge zeigten, dass für eine zukunftsfeste gesundheitliche Versorgung die Zusammenarbeit über die Sektorengrenzen hinweg notwendig ist. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern könnten frühzeitig auch für andere Bundesländer beispielgebende Versorgungsmodelle entwickelt werden. Diese sollten auf vorhandenen stationären Standorten aufbauen und an diesen sektorenübergreifende Versorgungseinheiten bündeln, die für die Menschen in der Fläche erreichbar und wirtschaftlich langfristig tragfähig sind. Die gegenwärtigen Diskussionen zeigen zudem, dass die Pflege im Gesundheitswesen eine stärkere Rolle einnehmen und dafür umfassend gestärkt werden muss. Dazu gehören mehr Anerkennung des Berufsbilds und die Stärkung der tatsächlichen Kompetenzen ebenso wie eine angemessene Bezahlung. Außerdem sollte die Pflege bei allen strukturellen Planungen stets mit einbezogen werden. Die DGTelemed konnte aufzeigen, dass elektronische Gesundheitsdienstleistungen ein weiterer Baustein einer zukunftsfesten medizinischen Versorgung gerade im ländlichen Raum sein können. So sparen zum Beispiel das telemedizinische Monitoring von Patienten und die schnelle Kooperation mit spezialisierten Kollegen Zeit und kommen den Patienten zugute. Mecklenburg-Vorpommern hat bereits in der Vergangenheit mit zahlreichen, vom Land geförderten Initiativen der Telemedizin den richtigen Weg eingeschlagen. Der Telemedizin-Beirat hatte in diesem Zusammenhang eine wichtige, koordinierende Funktion und sollte daher wieder ins Leben gerufen werden, empfahl Wolfgang Loos in seinem Vortrag. Die Enquete-Kommission ,Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern‘ erarbeitet auf Grundlage der wissenschaftlichen Gutachten und im Dialog mit den zuständigen Ministerien sowie Experten aus der Praxis Vorschläge für eine zukunftsfeste Seniorenpolitik der Landesregierung.

Mecklenburg-Vorpommern investiert in Start-up-Telemedizinunternehmen

ls erstes Bundesland beteiligt sich Mecklenburg-Vorpommern an einem Start-up-Unternehmen für Telemedizin. Aufgebaut werden soll eine telemedizinische Online-Sprechstunde mit der Bezeichnung arztkonsultation.de. Diese innovative Form der Telekonsultation soll einen datensicheren virtuellen Austausch zwischen Ärzten und ihren Bestandspatienten ermöglichen. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Bedeutung telemedizinischer Anwendungen setzen das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (MBMV) über den Fonds ,innoStart‘ große Erwartungen in die Förderung des unabhängigen Start-ups mit Sitz im Technologiezentrum (TGZ) Schwerin. Das Projekt ist das erste Unternehmen überhaupt, das eine derartige Beteiligungsförderung erhält. Insgesamt rund 9,4 Millionen Euro umfasst der Fond, den das Bundesland unter anderem mit Mitteln des Efre seit April 2015 zur Förderung von Unternehmen zur Verfügung stellt. Die Landesregierung wertet das Projekt arztkonsultation.de als ein nützliches Instrument, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Wichtig für die Entscheidung der MBMV zugunsten von arztkonsultation.de waren die hohen Datenschutz- und Sicherheitsstandards, denen das Produkt unterliegt und die durch den Landesdatenschützer von Mecklenburg-Vorpommern geprüft wurden, sowie die Vereinbarkeit mit der ärztlichen Berufsordnung, die in enger Ab stimmung mit der Ärztekammer des Bundeslands umgesetzt wurde. Auch die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin definierten abrechenbaren Leistungen für Vertragspatienten bedeuten ein Qualitätsmerkmal der Onlinesprechstunde und haben überzeugt, so die MBMV. Die Gründer des Schweriner Unternehmens Dr. Roßbach, Mausch & Dr. Dangers GmbH engagieren sich auch in der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin.

Telemedizin und Pflege gehören zusammen

Welche Rolle telemedizinische Anwendungen bei der Pflege spielen können, war das Thema der 4. Frühjahrstagung Telemedizin, die im Juni 2015 von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin und dem Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH (ZTG) in Düsseldorf veranstaltet wurde. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen unterstrich in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung innovativer Technologien, um den Herausforderungen in der Pflege zu begegnen. Die Veranstaltung stand in diesem Jahr ganz unter dem Motto ,Telemedizin – Chancen für die Pflegeversorgung in Deutschland‘. Ziel der Veranstalter war es, Potenziale telemedizinischer Lösungen aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie die Vernetzung unterschiedlicher Akteure, Einrichtungen und Sektoren des Gesundheitswesens zu einer leistungsstarken und hochwertigen Gesundheitsversorgung beitragen kann. Mehr als 150 Teilnehmer verfolgten das Vortragsprogramm. Thematisiert wurde unter anderem die Nutzung technischer Standards in der Pflege. Zudem wurden Anwendungsbeispiele und Erfahrungsberichte aufgezeigt.