Presse - Januar 2016

E-HEALTH-COM 01 2016, Seite 68

FERNBEHANDLUNG ERLÄUTERT

In dem von der Bundesärztekammer veröffentlichten Papier zum sogenannten Fernbehandlungsverbot sieht die DGTelemed einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Patientenversorgung.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin begrüßt das im Dezember veröffentlichte Papier zum sogenannten Fernbehandlungsverbot. Damit liegt erstmalig eine Erläuterung aus Sicht der deutschen Ärzteschaft zu § 7 Absatz 4 MBO-Ä vor. Die Bundesärztekammer hat Hinweise und Erläuterungen zur Fernbehandlung (§ 7 Absatz 4 der Musterberufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte – MBO-Ä) veröffentlicht. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Einsatzes telemedizinischer Methoden in der Patientenversorgung wird in dem Papier der Passus zur Fernbehandlung detailliert erläutert und ausgelegt. „Ärztinnen und Ärzte können sich hier informieren, welche telemedizinischen Versorgungsmodelle mit der aktuellen Berufsordnung für Ärzte vereinbar sind“, so Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender der Projektgruppe der Bundesärztekammer, die die Erläuterungen gemeinsam mit Juristen und Telemedizin-Experten erarbeitet hat. „Die Hinweise und Erläuterungen zeigen, dass ein sehr weites Spektrum telemedizinischer Versorgung mit der Berufsordnung vereinbar ist.“
In der Veröffentlichung werden die Voraussetzungen des § 7 Absatz 4 MBO-Ä und der Regelungszweck erläutert sowie die Auslegung der Norm anhand telemedizinischer Versorgungsmodelle dargestellt. Die Modelle wurden von der Arbeitsgruppe Telemedizin der Bundesärztekammer erarbeitet und beschreiben schematisch unterschiedliche Gruppen telemedizinischer Methoden in der Patientenversorgung. Das Dokument bietet einen Überblick über die rechtlich zulässigen und unzulässigen Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten nach § 7 Absatz 4 MBO-Ä. Abgestimmt wurden die Hinweise und Erläuterungen mit dem für die Auslegung der (Muster-) Berufsordnung zuständigen Ausschuss in der Bundesärztekammer. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin hatte in den vergangenen Jahren mehrmals eine Liberalisierung der Fernbehandlung angemahnt, denn neue Technologien ermöglichen auch neue Formen der Kommunikation
zwischen Ärzten und Patienten. Die Anwendung digitaler medizinischer Leistungen wird die Patientenversorgung nachhaltig verbessern.