Presse - Mai 2016

KTM - Krankenhaus Technik + Management 05/2016, Seiten 52-53

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin mit neuem Aufsichtsrat

Mit der Wahl eines neuen Aufsichtsrats und einer Veränderung der betrieblichen Strukturen schärft das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin in Bochum sein Profil. Es rüstet sich so für die kommenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des E-Health-Gesetzes und mit dem Aufbau einer Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen in NRW. Der neue Aufsichtsrat der ZTG GmbH traf sich am 16. März 2016 zur konstituierenden Sitzung. Von den Gesellschaftern in das Gremium berufen wurden: Günter van Aalst (Leiter der TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen), Matthias Blum (Geschäftsführer der KGNW), Barbara Hofmann (Landesverband BKK Nordwest) und Dr. Michael Schwarzenau (Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe). Darüber hinaus wird der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW in Kürze einen Vertreter in den ZTG-Aufsichtsrat entsenden. Die Aufsichtsräte wählten Dr. Michael Schwarzenau zum Vorsitzenden und Günter van Aalst zu seinem Stellvertreter und würdigten ausdrücklich die herausragende Rolle des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Manfred Zipperer, der das ZTG über zehn Jahre lang erfolgreich mitgestaltete. Der Aufsichtsrat beschloss ebenfalls, dass das ZTG künftig von den beiden Geschäftsführern Rainer Beckers (Schwerpunkt Telemedizin) und Lars Treinat (Schwerpunkt Telematik) geleitet wird. Die Wahl fällt mit einer Neuausrichtung des ZTG zusammen, das seit Anfang 2016 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung institutionell gefördert wird (2016 mit 1,35 Millionen Euro). Das ZTG ist bundesweit als Kompetenzzentrum für die Einführung nutzerorientierter Telematik- und Telemedizinanwendungen anerkannt und langjähriger Projektträger der Landesinitiative eGesundheit.nrw (ztg-nrw.de; egesundheit.nrw.de). ZTG und DGTelemed arbeiten seit vielen Jahren auf der Basis einer Partnerschaft zusammen. Beispiele dafür sind die von beiden Institutionen gemeinsam veranstalteten jährlichen Frühjahrstagung in Düsseldorf und das aktive Wirken des ZTG-Geschäftsführers Rainer Beckers als Vorstandsmitglied der DGTelemed.

Ärzte-Videochat der DAK: Medizinische Beratung 2.0

Die DAK-Gesundheit bietet als erste Krankenkasse eine virtuelle Sprechstunde an. Ab sofort können sich Mitglieder kostenlos und bequem von zu Hause aus von Ärzten aller Fachrichtungen und Pflegeexperten per Videotelefonie beraten lassen. Die Nachfrage nach derartigen Beratungsangeboten ist groß: Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wünscht sie sich fast jeder zweite Deutsche. Ob sich Fragen zu Medikamenten er ge ben, eine zweite Meinung benötigt wird oder ein Kind plötzlich einen seltsamen Hautausschlag hat – der Ärzte-Videochat der DAK hält den passenden Facharzt bereit. Der Service kann wo chentags von 8 bis 20 Uhr ge nutzt werden – also auch zu Zeiten, in denen die Praxis vor Ort bereits geschlossen hat. Wie bei der Medizin-Hotline der DAK kann auch im Ärzte-Videochat keine Un tersuchung stattfinden und daher auch keine Diagnose gestellt werden. Anrufer erhalten allerdings eine aus führliche Beratung durch einen Facharzt. Die benötigte technische Ausstattung ist überschaubar: ein PC oder Laptop, eine ausreichende Internetverbindung, eine Webcam und ein Mikrofon – mehr wird nicht benötigt. Als Kunde der DAK-Gesundheit ist zusätzlich noch die Versichertennummer erforderlich.

Frühjahrstagung Telemedizin am 20. Juni 2016 in Düsseldorf

Vor dem Hintergrund der aktuellen Strukturen des deutschen Gesundheitswesens und der Realität einer Versorgung im stationären und ambulanten Bereich bedeutet die Kommunikation zwischen den an der Pflege beteiligten Leistungserbringern an der Schnittstelle zu anderen Leistungserbringern eine wesentliche Herausforderung. E-Health und Telemedizin in der Pflege bieten Chancen und Potenziale, die für die Behandlung und Pflege kranker und pflegebedürftiger Menschen effizient und flächendeckend genutzt werden können. Ein breites Spektrum IKT‐gestützter Anwendungen, in denen Informationen elektronisch verarbeitet und über sichere Verbindungen ausgetauscht werden und das Behandlungs- und Pflegeprozesse unterstützt, könnte schon heute genutzt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin hatte im vergangenen Jahr erstmals die Themen Pflege und Telemedizin im Rahmen einer Fachtagung aufgegriffen. Diese Initiative soll auch 2016 weitergeführt werden. In Kooperation mit der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH, Bochum, lädt die DGTelemed ein, am 20. Juni 2016 im Haus der Ärzteschaft die begonnene Diskussion fortzusetzen. Unter dem Motto ,Telemedizin und Pflege – sind wir bereit für neue Lösungen?‘ werden Initiativen, Entwicklungen und der Ausbau telemedizinischer Strukturen in der Pflege ein Schwerpunkt der Diskussion sein. Damit wird sich auch der Vortrag von Barbara Steffens, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, auseinandersetzen. Informationen zur Veranstaltung, 52 Verbandsinformationen 5/2016 Verbandsinformationen 53 ein Online-Anmeldeformular und das aktuelle Programm gibt es unter www.dgtelemed.de/de/veranstaltungen/fruehjahrstagung. Die Veranstaltung soll zeigen, dass mithilfe von Telematik, Telemedizin und weiteren E-Health‐Anwendungen am Versorgungsprozess orientierte interprofessionelle und intersektorale Versorgungsformen auch in der Pflege intelligent unterstützt und flächendeckend angeboten werden können.

Neue Anforderungen an Medizinprodukte

Laut Informationen des TÜV Rheinland kommen auf Hersteller aktive Medizinprodukte umfangreiche Änderungen zu. Mit Umsetzung der EN 60601-1:A1:2013 müssen aktive Medizinprodukte zum 31. Dezember 2017 weitere neue Anforderungen er füllen. So wurde zum Beispiel die An wendung des Risikomanagements der Philosophie ISO 14971:2007 angepasst. Neu sind die Anhänge ZZ und ZA. Ersterer gilt im Zusammenhang mit den grundlegenden europäischen Anforderungen (Richtlinie 93/42/EWG bereits seit 31. Dezember 2015). Anhang ZA be schreibt, dass sich normative Verweise nicht auf die internationalen Standards beziehen, sondern die entsprechenden europäischen Standards anzuwenden sind, zum Beispiel die EN ISO 14971:2012 anstelle der ISO 14971:2007 etc. Konferenzen zum Thema ,Produktprüfung für Medizinprodukte‘ finden am 29. Juni in Köln, am 7. Juli in Berlin und am 20. Juli in Nürnberg statt.
www.tuv.com/safety