Presse - Juli 2016

KTM - Krankenhaus Technik + Management 07-08/2016, Seiten 55-56

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

Bundesländer folgen NRW-Strategie zum Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Einstimmig haben sich die Gesundheitsminister der Länder auf Initiative von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ) auf ihrer Jahreskonferenz in Warnemünde für eine bundesweite Strategie zum weiteren Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen ausgesprochen. „Wir müssen alle Chancen der Telematik und Tele medizin konsequent nutzen, die die Versorgung der Patienten verbessern und die im Gesundheits wesen Tätigen entlasten, ohne dass dabei die notwendige menschliche Zuwendung auf der Strecke bleibt“, erklärte Ministerin Steffens. Regelmäßige Strategiegespräche zwischen Bund und Ländern sollen die bundeseinheitliche Weiterentwicklung von Telematik und Telemedizin im Gesundheitswesen beschleunigen. Hürden, die eine verstärkte sektorenübergreifende Zusammenarbeit, unter anderem von Gesundheits- und Pflegeberufen, erschweren, sollen identifiziert und abgebaut werden. „In manchen Bereichen befindet sich das deutsche Gesundheitswesen auf einem Stand, als gäbe es noch kein Internet“, sagte die Ministerin. Nordrhein-Westfalen ist die bundesweit größte Testregion für die Einführung der Telematikinfrastruktur nach dem E-Health-Gesetz und auch das einzige Bundesland mit einem Zentrum für Telematik und Telemedizin. Aktuell stehen in NRW mehr als 20 Millionen Euro zur Förderung von Telematik-Anwendungen und Anwendungen der Telemedizin im Gesundheitswesen zur Verfügung
(Quelle: Die Landes regierung Nordrhein-Westfalen, www.land.nrw).

Frühjahrstagung Telemedizin zeigt Potenziale innovativer Lösungen

Bereits zum fünften Mal folgten über 100 Teilnehmer der Einladung zur Frühjahrstagung Telemedizin nach Düsseldorf ins Haus der Ärzteschaft. Unter dem Motto ,Telemedizin und Pflege – Sind wir bereit für neue Lösungen?‘ diskutierten Experten unter anderem über Ziele und Herausforderungen beim Aufbau telemedizinischer Strukturen in der Pflege sowie über das sektoren- und berufsgruppenübergreifende Pflegemanagement. Auch NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens griff aktuelle Entwicklungen der modernen Pflegeversorgung in ihrer Eröffnungsrede des Nachmittagsprogramms auf. „Telemedizin und E-Health können dazu beitragen, den Herausforderungen durch die zunehmende Zahl von Pflegebedürftigen und die komplexen Versorgungsbedarfe zu begegnen. Deshalb brauchen wir technische Lösungen, die klar an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sind“, so Ministerin Steffens. In einem anschließenden Interview durch Günter van Aalst (Sprecher des NRW-Landesverbands der DGTelemed, Leiter der TK-Landes vertretung NRW, Düsseldorf) zeigte die Ministerin auf, welche Möglichkeiten telemedizinische Lösungen für die Zukunft bereithalten. Die freigegebenen Vorträge werden auf www.dgtelemed.de zur Verfügung gestellt.

Sechs europäische Regierungen bitten um Unterstützung für Interoperabilität in Telemedizin

Die Gesundheitsministerien Österreichs, Kataloniens, Dänemarks, Finnlands, Norwegens und Schwedens sowie deren für IKT-Systeme verantwortlichen Agenturen übermittelten einen gemeinsamen Brief an das eHealth Network. Darin er klären sie ihre Unterstützung einer umfassenden Einführung von Telemedizinsystemen, erläutern die Herausforderung bei der Implementierung und bitten um Unterstützung bei der Lösung telemedizinischer Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Ermöglichen von Technologie und Interoperabilität. Sie alle haben sich zu offenen Standards und Interoperabilität sowie zur Anwendung der Continua Design Guidelines (www.continuaalliance.org) im Rahmen der fortgeschrittenen Planung oder Einführung ihrer Telemedizinprogramme verpflichtet. Das eHealth Network beruft 28 nationale, für E-Health verantwortliche Behörden (27 EU-Mitgliedsstaaten und Norwegen) sowie die EU-Kommission ein, um E-Health-Strategien zu koordinieren. Unter dem gemeinsamen Vorsitz mit den Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission fördert es die Kooperation und gemeinsame Initiativen in Bereichen, die die Mitgliedsstaaten als für alle vorteilhaft betrachten, so zum Beispiel die Interoperabilität zwischen elektronischen medizinischen Systemen zur Sicherstellung einer ununterbrochenen Gesundheitsversorgung. Der Brief drückt das anhaltende Vertrauen der Unterzeichner in die Vorteile der Telemedizin sowie deren Verpflichtung zu offenen Standards und Interoperabilität aus und erläutert ihre Erfahrungen sowie Beobachtungen im Hinblick auf eine von offener Interoperabilität geprägten Telemedizin. Mit eingeschlossen sind die technischen Herausforderungen bei der Umstellung älterer IKT-Systeme auf Telemedizin und der Bedarf nach stärkerer Nachfrage nach den Continua Design Guidelines im öffentlichen Sektor, um die langsame Entwicklung der Branche zu überwinden und offene Interoperabilität zu fördern. Ebenfalls wichtig ist die Rolle, die zusätzliche Maßnahmen bei der Förderung des Markts für interoperabilitätsfähige Geräte spielen.

Preisverleihung in Hamburg

Der DGTelemed-Partner Zentrum für Telemedizin (ZTM) Bad Kissingen hat zusammen mit der Rhön-Klinikum AG, Bad Neustadt, das Pilotprojekt TeleView für Flüchtlinge entwickelt. Dieses wurde jetzt vom Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg) mit dem dfg-Award ausgezeichnet. Im Vorfeld hatte die Jury das ZTM und die Rhön-Klinikum AG für die Idee und Umsetzung des telemedizinischen Netzwerks für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen (TeleView) in der Kategorie ‚Herausragende Innovation in der Versorgung der Patienten‘ neben vier weiteren Anwärtern für den dfg-Award nominiert. Die in Hamburg anwesenden Vertreter des Projekts zeigten sich bei der Preis verleihung erfreut über die Würdigung ihrer Arbeit. Bei TeleView für Flüchtlinge unterstützen Ärzte mit Migrationshintergrund via Videosprechstunde medizinische Untersuchungen in Unterkünften, Arztpraxen und Krankenhäusern. Ziel des Projekts ist die telemedizinische Versorgung von Flüchtlingen und damit eine Entlastung des deutschen Gesundheitssystems. Das Rote Kreuz übernimmt seit April 2016 die Umsetzung in der Flüchtlingsunterkunft Bad Kissingen.

Tagung ,eHealth.NRW‘ am 5. Oktober in Dortmund

Das Kongresszentrum Westfalen hallen Dortmund ist am 5. Oktober 2016 Veranstaltungsort für die Fachtagung ,eHealth.NRW‘, die im vergangenen Jahr Premiere feierte. Bei der kostenfreien Veranstaltung dreht sich alles rund um die Themen E-Health und Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die Teilnehmer können sich auf einen Rundumblick über den aktuellen Stand des Aufbaus der Telematikinfrastruktur freuen. Der Kongress soll zudem verdeutlichen, welche innovativen Wege NRW einschlägt, um den digitalen Wandel im Gesundheitswesen zu verfolgen sowie Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen und pflegerischen Versorgung im Land zu verbessern. Eröffnet wird die Veranstaltung von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Die Veranstaltung richtet sich an alle Akteure der Gesundheitsversorgung und der Gesundheitswirtschaft, niedergelassene und stationär tätige Ärzte, Vertreter von Krankenhäusern, Rehakliniken, Pflegeheimen und sonstigen stationären Einrichtungen, Vertreter sonstiger Gesundheitsberufe (zum Beispiel Physiotherapeuten, Pflegekräfte, Rettungsassistenten etc.), IT-Unternehmen mit Schwerpunkt Gesundheitswesen und Institutionen der Selbstverwaltung (zum Beispiel Krankenkassen). Die Anmeldung ist online auf der ZTG Website www.ztg-nrw.de möglich.