Presse - September 2016

KTM - Krankenhaus Technik + Management 10/2016, Seiten 54-55

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

Telemedizinkongress im November

Zunächst ein Blick zurück: Bereits 2008 veröffentlichte die EU-Kommission nach einjähriger Vorbereitung eine Mitteilung über den Nutzen der Telemedizin für Patienten, Gesundheitssysteme und die Gesellschaft. Die Kommission betonte damit die zunehmende Bedeutung telemedizinischer Dienstleistungen zur Verbesserung der Gesundheit und der medizinischpflegerischen Versorgung für die Bürger in Europa. Zu Recht wurde erkannt, dass sich aus der aktuellen und zukünftigen demografischen Entwicklung ein erheblicher, bislang ungedeckter Bedarf an medizinischer Versorgung insbesondere chronisch kranker Patienten ergeben wird. Zur Verbesserung der Situation soll der Zugang zu fachärztlicher Versorgung in ländlichen Regionen erleichtert werden. Die Mitgliedstaaten wurden schließlich um aktive Mitwirkung gebeten, um die Anwendung von Telemedizin und vor allem auch die rechtliche Situation in Europa umfassend zu beschreiben und notwendige Verbesserungen umzusetzen. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin hat die Entwicklung von Telemedizin seit vielen Jahren im In- und Ausland begleitet und möchte mit dem 7. Fachkongress Telemedizin die Frage beantworten, wo Deutschland im internationalen Vergleich steht. Unter dem Motto ,Telemedizin in Europa - wo steht Deutschland?‘ werden Vertreter aus der Europäischen Kommission, aus Frankreich, Polen, Großbritannien, Spanien, Schweden, Portugal und Österreich vom 3. bis 4. November 2016 ihre Telemedizinstrategie erläutern. In einer folgenden Podiumsdiskus sion beleuchten führende Vertreter von Politik, Selbstverwaltung und Branchenverbänden ihre Sicht auf die Telemedizin in Deutschland. Weitere Themenschwerpunkte werden die Umsetzung des E-Health-Gesetzes und des Innovationsfonds sein. Berichte über Anwendungsszenarien in verschiedenen medizinischen Disziplinen bestimmen traditionell die Diskussion mit wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften, denn der vor Jahren begonnene Dialog wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Erstmalig kommen Bewerber um den Telemedizinpreis 2016 zu Wort und stellen ihre Projekte vor. Am Abend des ersten Kongresstages werden die Teilnehmer erfahren, welches Projekt ausgewählt wurde und als Sieger gekürt wird. Der Kongress wird als innovative Plattform für Experten aus Gesundheitspolitik, Wissenschaft und Praxis erneut Gelegenheit zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch bieten. Die Anwenderorientierung wird – als zentrales Anliegen der DGTelemed – den Kongress begleiten. Traditionell werden erfolgreiche Telemedizinprojekte und telemedizinische Anwendungen im Kongress und in einer begleitenden Industrieausstellung präsentiert. Informationen zum Kongress, Online-Akkreditierung sowie Anmeldung unter www.telemedizinkongress.de.

Hannelore Kraft zu Besuch beim DITG in Düsseldorf

Die Ministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, hat das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) in Düsseldorf besucht. Geschäftsführer und Gründer Bernd Altpeter und Prof. Dr. Stephan Martin, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums, begleiteten die Ministerpräsidentin auf ihrem Rundgang durch das Institut und tauschten sich mit ihr über die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen aus. Seit 2013 erstellt und vertreibt das Düsseldorfer Unternehmen, das seit 1. Mai 2015 auch Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin ist, individuelle E-Health-Konzepte, vor allem für Patienten mit dem lebensstilbedingten Diabetes Typ II. Vor kurzem wurden erstmals auch Typ-I-Patienten in das Programm aufgenommen. Die patientenzentrierte, telemedizinische Versorgung ist als ergänzende Leistung in die gültige Versorgungsstruktur eingebunden.

Video-Konsultation im Kommen

Seinen Arzt per Video zu konsultieren – das ist etwa in den USA, in Australien oder in Skandinavien bereits geübte Praxis. Internetkonzerne wie Netscape und Google finanzieren Start-ups wie ,Doctor on Demand‘, teilweise übernehmen große private Krankenversicherungen die Kosten für ihre Versicherten. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Initiativen – sowohl von Ärzten als auch von Unternehmen, die Online-Videosprechstunden mit Hausund Fachärzten vermitteln. Dazu gehören die Start-ups ,arztkonsultation.de‘ und ,Patientus‘. Beide sind Mitglied der DGTelemed. Noch sind es allerdings wenige Ärzte, die den Patienten ermöglichen, sie per Video zu kontaktieren – auf den meisten Plattformen liegen die Zahlen lediglich im zweistelligen Bereich. Als erste deutsche Krankenkasse testet seit September dieses Jahres die Techniker-Krankenkasse (TK) die Plattform ,Patientus‘. TK-Versicherte können darüber mit niedergelassenen Hautärzten per Video Kontakt aufnehmen, müssen diese aber vorab persönlich konsultiert haben.