Presse - Oktober 2016

KTM - Krankenhaus Technik + Management 11/2016, Seiten 69-70

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

Charité-Wissenschaftler präsentieren neue Studie zu mobiler Schlaganfalltherapie

Bei der Versorgung eines Schlaganfallpatienten zählt jede Minute. Im spezialisierten Schlaganfall-Einsatzmobil Stemo können notwendige Therapien, beispielsweise eine Thrombolysetherapie, bereits im Rettungswagen eingeleitet werden. Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben jetzt untersucht, ob dieser Zeitgewinn zu einer verbesserten Prognose führt. Patienten, die schon auf dem Weg ins Krankenhaus die passende Therapie erhielten, litten drei Monate nach dem Schlaganfall tendenziell seltener unter einer Behinderung als solche, die regulär behandelt wurden. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlicht. In rund 90 Prozent aller Fälle handelt es sich um sogenannte ischä mische Schlaganfälle, das heißt, sie gehen auf ein Gerinnsel in einer Hirnschlagader zurück. Blockaden dieser Art können durch eine Thrombolysetherapie aufgelöst und behandelt werden. Bei etwa zehn Prozent ist dagegen eine Gehirnblutung Ursache eines Schlaganfalls. Vor der Anwendung einer Lysetherapie muss daher eine Blutung ausgeschlossen werden. Dies geschieht in der Regel durch ein Schnittbild des Kopfs, durch eine Computertomografie. Eine Lysetherapie hemmt die Gerinnung komplett und eine Gehirnblutung würde nicht mehr zum Stillstand kommen. Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Heinrich Audebert, Ärzt licher Leiter der Klinik für Neuro logie am Campus Benjamin Franklin, haben untersucht, inwiefern sich ein frühzeitiger Beginn der Thrombolysetherapie auf das spätere Ausmaß der Behinderungen auswirkt. Dazu haben sie die Behandlungsergebnisse von Patienten, die mit einem regulären Rettungsfahrzeug ins Krankenhaus kamen und dort eine Lysetherapie erhielten, mit denen von Patienten verglichen, die diese Therapie bereits im Schlaganfall-Einsatzmobil Stemo erhielten. Der Gesundheitszustand wurde für beide Gruppen jeweils drei Monate nach dem Auftreten des Schlaganfalls ausgewertet. Ermöglicht wird eine solche frühzeitige Behandlung durch besonders ausgestattete Rettungswagen wie das Schlaganfall-Einsatzmobil Stemo der Berliner Feuerwehr und des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin. Es ist mit einem mobilen CT und einem Minilabor ausgerüstet, außerdem ist ein Neurologe als Notarzt mit an Bord. Eine vorangegangene Studie der Charité-Wissenschaftler konnte zeigen, dass die im Stemo behandelten Patienten durchschnittlich 25 Minuten schneller die unter Umständen rettende Thrombolysetherapie erhalten als Patienten, die auf dem regulären Rettungsweg das Krankenhaus erreichen und erst dort behandelt werden.

Medica 2016 – Landesgemeinschaftsstand NRW

Die diesjährige Medica findet vom 14. bis 17. November 2016 statt. Die ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH präsentiert dort auch in diesem Jahr an einem Gemeinschaftsstand Kompetenzen aus den Bereichen Telematik und Telemedizin. Mit dem ,Landesgemeinschaftsstand NRW – Gesundheitswirtschaft. Telematik. Telemedizin.‘ (Halle 15, Stand C05/E06) soll den Besuchern gebündelt und praxisnah demonstriert werden, wie nutzerorientierte E-Health-Anwendungen die medizinische und pflegerische Versorgung unterstützen können. Zusammen mit der ZTG präsentieren rund 14 Mitaussteller, zu denen auch die DGTelemed gehört, innovative Lösungen und Anwendungen. Zudem zeigt das Ministe rium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen 14 Förderprojekte.

DGTelemed verstärkt Aktivitäten in Hessen

Am 4. Oktober fand der ,eHealth-Kongress 2016: Innovativ, vernetzt und praxisnah in Rhein-Main und Hessen‘ in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main statt. Die Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V. schafft damit eine Plattform für Krankenhäuser, Ärzte, Kostenträger, Politik sowie alle Unternehmen und Dienstleister der Gesundheitsbranche, um die vielfältigen Möglichkeiten und Herausforderungen durch E-Health zu bewältigen. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin unterstützte die Kongressveranstaltung auch in diesem Jahr als Partner und war ebenfalls vor Ort. Aktive Mitglieder der Gesellschaft sind aktuell bemüht, weitere Interessenten für die DGTelemed zu gewinnen.

Teleneurologie-Kongress 2017

Das Thema Schlaganfall genießt in der Neurologie aufgrund der hohen Prävalenzrate und der schwerwiegenden Folgeschäden besondere Aufmerksamkeit. Und auch die Teleneurologie befasst sich intensiv mit diesem Krankheitsbild und versucht, mit Erkenntnissen über den Einsatz moderner Technologien einen Teil zum medizinischen Fortschritt auf dem Gebiet der Neurologie beizutragen. Seit fast fünf Jahren existiert in Thüringen das Schlaganfall-Telemedizin-Netzwerk ,Satelit‘. Es konnte in dieser Zeit zeigen, dass telemedizinische Entwicklungen und An wendung helfen können, mittels computergestützter Kommunika tions- und Netzwerktechnologien zur Verbesserung der Versorgungsqualität bei neurologischen Erkrankungen beizutragen. Da es neben der akuten Schlaganfallbehandlung auch eine Vielzahl weiterer telemedizinischer Anwen dungs szenarien in der Neuro logie gibt, will die DGTelemed in Koope ration mit der Hans-Berger-Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena mit dem ersten deutschen Teleneurologie-Kongress die gesundheitspolitische und gesellschafts politische Bedeutung der Telemedizin in der Neurologie unterstreichen. Der Kongress, der am 23. und 24. Juni 2017 im Congress Centrum der Messe Erfurt stattfinden wird, wendet sich an Klinik vertreter, Ärzte, Pflegemitarbeiter, Therapeuten und Kostenträger sowie Unternehmen, die sich für aktuelle medizinische Entwicklungen im Bereich der Neurologie, Rehabilitation und Nachsorge interessieren. Im Fokus wird Telemedizin in der Schlaganfallversorgung als wichtigstes Anwendungsfeld stehen. Aber auch andere neurologische Einsatzgebiete wie Schwindel, Morbus Parkinson oder Epilepsie werden beleuchtet. Darüber hinaus werden telemedizinische Produkte und neueste Entwicklungen in einer begleitenden Industrieausstellung präsentiert; Information und Anmeldung unter www.dgtelemed.de.