Presse - Mai 2017

KTM - Krankenhaus Technik + Management 6/2017, Seiten 54-55

DGTelemed - Deutsche Gesellschaft für Telemedizin - Verbandsinformationen

NRW ist Innovationsstandort für zukunftsfähige Patientenversorgung

Mit rund 200 Besuchern fand am 10. Mai 2017 unter dem Motto ,Gesundheit 4.0 – NRW im Wandel‘ die mittlerweile 6. Frühjahrstagung Telemedizin im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf statt. Die Veranstalter, die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) und die ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH, versammelten namhafte Experten zum fachlichen Austausch. Über einen Punkt herrschte Konsens: Die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens wird digital. Schon jetzt bieten telemedizinische Verfahren die Möglichkeit, medizinisches Expertenwissen flächendeckend in Echtzeit dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird. Sie können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige, finanzierbare Behandlungsqualität sicherzustellen.

Steiniger Weg in die Regelversorgung

Doch nach wie vor ist der Weg in die Regelversorgung für telemedizinische Verfahren steinig. Als neue Behandlungsmethoden eingestuft, muss ihre Wirksamkeit in aufwändigen Studien nachgewiesen werden. In den Fokus der diesjährigen Tagung stellten die Veranstalter daher die Frage: Wie kann eine praktikable, qualitätsgesicherte Nutzenbewertung für telemedizinische Verfahren aussehen? Bevor zahlreiche Experten aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens diese Frage diskutierten, eröffnete NRW-Gesundheits - ministerin Barbara Steffens die Veranstaltung. Sie hob das einzigartige Engagement des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Förderung nutzerorientierter Telematik- und Telemedizinanwendungen hervor, das sich zum NRW-Markenzeichen entwickelt und über den Beschluss der 89. Gesundheitsministerkonferenz auch bundesweit Anerkennung gefunden habe. Die konsequente Berücksichtigung der Nutzerorientierung im Rahmen der Landesinitiative eGesundheit.nrw sei dabei wegweisend für ganz Deutschland. In der Initia tive sind weit über 30 Projekte ge bündelt, die die einrichtungs- und sektorenübergreifende Ko operation und Kommunikation im Gesundheitswesen weiterentwickeln. Auch in puncto Qualitätssicherung gehe NRW voran: Geförderte E-Health-Projekte sind dazu angehalten, die so genannten Telematikanforderungen des Landes hinsichtlich Datenschutz, Interoperabilität, Nachhaltigkeit und Nutzerorientierung zu erfüllen. Im Verlauf der anschließenden Diskussionsrunden mit Mitgliedern des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag waren sich die Teilnehmenden einig, dass die technischen Möglichkeiten für eine zukunftsfeste medizinische und pflegerische Versorgung längst existieren. Es komme jetzt darauf an, im Sinne der Patienten zu handeln, damit die Innovationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Beispiele zeigen, wie’s funktioniert

Dies zeigen auch die vor Ort vorgestellten Telemedizinprojekte: Cardio-Mems für die telemedizinische Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten (Universitätsklinikum Frankfurt und Abbott), Telehomecare für Heimbeatmungspatienten (SMB Sanitätshaus Müller Betten GmbH und A.C.M. Consult GmbH) und die elektronische Visite im Pflegeheim (elVi, Ärztenetz MuM Medizin und Mehr eG). Im Fokus des Themenblocks ,Gemeinsam Zukunft gestalten‘ stand die Arbeit des 2016 gegründeten ZTG-Gremiums ,Forum Telemedizin‘.
Es vereint Experten aus der Versorgung, um gemeinsam Strategien zur beschleunigten Implementierung nutzerorientierter Telemedizin in NRW zu entwickeln. Über diesen
Wissensdialog werden Thesen formuliert, zum Beispiel zu Finanzierungsmodellen für telemedizinische Verfahren, und wegweisende, nachhaltige Projekte angestoßen.
Im Anschluss daran widmete sich das Tagungsprogramm den technischen Systemen der Telemedizin und zeigte innovative Lösungen auf: zum Beispiel die interoperable Konnektivitätslösung von Qualcomm Life zur durchgehenden Kommunikation zwischen Akteuren der Gesundheitsbranche sowie das umfassende Telemedizinportal des Deutschen Instituts für Telemedizin und Gesundheitsförderung.

Innovative Lösungen technischer Systeme der Telemedizin

Günter van Aalst, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DGTelemed, Vorsitzender des ZTG-Forums Telemedizin und Leiter der TK-Landesvertretung NRW, fasste zusammen: „Der Weg zentraler telemedizinischer Anwendungen in die Regelversorgung wird durch die bestehenden, oft nicht erforderlichen Bewertungshürden behindert. Sowohl die DGTelemed als auch das Forum Telemedizin beim ZTG setzen sich für eine praktikable und schnelle Bewertung dieser Methoden ein und sprechen hierzu Empfehlungen aus.“ „Nordrhein-Westfalen bringt als Innovationsstandort seit Jahren zukunftsfähige Lösungen für Telemedizin und Telematik hervor“, bestätigte ZTG-Geschäftsführer Rainer Beckers (Schwerpunkt Telemedizin). „Ganz be sonders wichtig ist dabei eine praktikable Nutzenbewertung telemedizinischer Verfahren. Die ZTG GmbH engagiert sich daher stark für die Entwicklung und den Einsatz eines effi zienten Evalua tionssystems, das es ermöglicht, den Patienten tele medizinische Versorgungsangebote schneller zur Verfügung zu stellen.“ DGTelemed-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. med. Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen und Mitglied des Forums Telemedizin, ergänzte: „Um das Thema voranzubringen, ist die Kooperation zwischen der ZTG als Expertenorganisation mit Nähe zum Land NRW und der DGTelemed als Gesellschaft, die insbesondere auf Bundesebene aktiv ist, optimal. Auf unserem Weg suchen wir Mitstreiter, die Interesse haben, die Zukunft der Versorgung aktiv mitzugestalten.“ Weitere Informationen und die von den Referenten freigegebenen Vorträge stehen zum kostenfreien Download auf den Websites der Veranstalter bereit.

Achtung: Terminänderung beim Nationalen Fachkongress Telemedizin

Der für Anfang November angekündigte ,Nationale Fachkongress Telemedizin‘ der DGTelemed wurde aufgrund einer ungünstigen Feiertagskonstellation verschoben. Er findet nun von Montag, 11. Dezember 2017, bis Dienstag, 12. Dezember 2017, im Ellington Hotel in Berlin statt. Er wird den Teilnehmern wieder anregende Diskussionen rund um den Weg telemedizinsicher Projekte in die Regelversorgung bieten. Weitere Informationen in Kürze unter www.ztg-nrw.de/veranstaltungen/nft2017 und www.telemedizinkongress.de