Presse - März 2017

E-HEALTH-COM 04 2017, Seite 72

DIE ZUKUNFT WIRD DIGITAL!

6. Frühjahrstagung Telemedizin: NRW ist Innovationsstandort für eine zukunftsfähige Patientenversorgung.

Im Mai 2017 fand die 6. Frühjahrstagung Telemedizin statt. Über einen Punkt herrschte Konsens bei den Experten, die DGTelemed und ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin geladen hatten: Die Zukunft des Gesundheitswesens ist digital! Doch nach wie vor ist der Weg in die Regelversorgung für telemedizinische Verfahren steinig. Als neue Behandlungsmethoden müssen sie ihre Wirksamkeit in aufwendigen Studien nachweisen. Zentrale Frage war daher: Wie kann eine praktikable, qualitätsgesicherte Nutzenbewertung für telemedizinische Verfahren aussehen?

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Sie betonte das Engagement des Landes für die Förderung nutzerorientierter Telemedizinanwendungen – ein NRW-Markenzeichen, das im Beschluss der 89. GMK bundesweit Anerkennung gefunden hat. In einer Diskussionsrunde mit Mitgliedern des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag war man sich einig, dass Innovationen endlich zum Patienten gebracht werden müssen. Dies unterstrichen die vorgestellten Telemedizinprojekte: CardioMEMS bei Herzinsuffizienz (Universitätsklinik Frankfurt, Abbott), Telehomecare für Heimbeatmung (SMB GmbH, A.C.M. Consult GmbH) sowie die elektronische Visite im Pflegeheim (Ärztenetz MuM).

Unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ diskutierte das ZTG-Forum Telemedizin - ein Gremium, in dem Versorgungsexperten gemeinsam Strategien zur Implementierung von Telemedizin in NRW entwickeln. Anschließend wurden ausgewählte technische Systeme präsentiert: eine interoperable Konnektivitätslösung (Qualcomm Life) sowie ein Telemedizinportal (DITG Deutsches Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung).

Günter van Aalst (stellv. Vorstandsvorsitzender DGTelemed, Vorsitzender ZTG-Forum Telemedizin) fasste zusammen: „Der Weg zentraler telemedizinischer Anwendungen in die Regelversorgung wird durch die bestehenden, oft nicht erforderlichen Bewertungshürden behindert. DGTelemed und ZTG setzen sich für eine praktikable, schnelle Bewertung dieser Methoden ein und sprechen hierzu Empfehlungen aus.“

„NRW bringt als Innovationsstandort seit Jahren zukunftsfähige eHealth-Lösungen hervor“, bestätigte ZTG-Geschäftsführer Rainer Beckers. „Besonders wichtig ist dabei eine praktikable Nutzenbewertung telemedizinischer Verfahren. Die ZTG GmbH engagiert sich daher für die Entwicklung und den Einsatz eines effizienten Evaluationssystems, um telemedizinische Versorgungsangebote schneller zur Verfügung zu stellen.“

Prof. Dr. med. Gernot Marx (Vorstandsvorsitzender DGTelemed, Mitglied ZTG-Forum Telemedizin) ergänzte: „Um das Thema voranzubringen, ist die Kooperation zwischen dem ZTG als Expertenorganisation mit Nähe zum Land NRW und der DGTelemed als Gesellschaft, die insbesondere auf Bundesebene aktiv ist, optimal. Auf unserem Weg suchen wir Mitstreiter, die Interesse haben, die Zukunft der Versorgung aktiv mitzugestalten.“