Presse 2020

Das Virtuelle Krankenhaus Nordrhein-Westfalen unterstützt bei der Behandlung von Covid-19-Patienten

NRW-Landesregierung gibt mit telemedizinischer Vorzeigeinitiative eine adäquate Antwort auf die aktuelle Corona-Pandemie

Berlin, 2. April 2020



Am 30. März 2020 eröffnete NRW-Ministerpräsident Armin Laschet das Virtuelle Krankenhaus NRW. Über diese Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen stellen die Universitätskliniken Aachen und Münster den Krankenhäusern im Land ihre Expertise bei der Behandlung von Covid-19-Patienten über Telekonsile zur Verfügung.

Ursprünglich sollte das Virtuelle Krankenhaus Nordrhein-Westfalen erst im Sommer 2020 starten. Angesichts der derzeitigen Corona-Pandemie und der hohen Erkrankungszahlen in NRW hat die Landesregierung beschlossen, den Start des Virtuellen Krankenhauses NRW vorzuziehen und telemedizinische Anwendungen zu nutzen, um schwerstkranke Covid-19-Patienten im Land flächendeckend optimal zu versorgen. „Wir wollen sicherstellen, dass die Ärzte in kleineren Kliniken bei schwerwiegenden Beatmungsfällen direkt auf die Expertise der Unikliniken zugreifen können“, so der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Ziel sei eine starke Steigerung der Behandlungsqualität auch außerhalb von Universitätskliniken – zum einen um die Beatmungsstationen der Maximalversorger zu entlasten, zum anderen um intensivpflichtige Covid-19-Patientinnen und -Patienten so lange wie möglich heimatnah zu versorgen.

Am vergangenen Montag, den 30. März 2020, gab NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Klinikdirektor für Operative Intensivmedizin der Universitätsklinik Aachen sowie Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin, den Startschuss für das Virtuelle Krankenhaus Nordrhein-Westfalen. Seit Montag können landesweit Krankenhäuser via Telemedizin auf die intensivmedizinische und infektiologische Expertise der Universitätskliniken Aachen und Münster zurückgreifen. „Jetzt zahlt sich aus, dass das Land und die Krankenhäuser bereits seit Monaten das Virtuelle Krankenhaus vorbereiten“, so Ministerpräsident Laschet. „Das versetzt uns in die Lage, in der jetzigen Krise höchste Expertise in jeden Teil des Landes zu bringen – und so Menschenleben zu retten.“ Auch Prof. Marx ist zuversichtlich, auf diese Weise die Zahl nutzbarer Intensivbetten in der Krisenzeit kurzfristig erheblich steigern und die Behandlung von schwerstkranken Covid-19-Patienten in kleineren Krankenhäusern bestmöglich unterstützen zu können. „Wir sind damit in Nordrhein-Westfalen besonders gut auf eine Verschärfung der Situation vorbereitet“, so Marx. „Mit unseren Telemedizin-Projekten, allen voran TELnet@NRW konnten wir ein solides Fundament für die landesweite, telemedizinische Vernetzung der Krankenhäuser legen. Das Virtuelle Krankenhaus NRW ist eine Initiative mit Vorbildcharakter und eine mögliche Blaupause für nationale Strukturen zur optimalen Versorgung von Covid-19-Patienten.“

Neben den Universitätskliniken Aachen und Münster sind die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin in den Aufbau dieser Vorstufe des Virtuellen Krankenhauses NRW eingebunden. Krankenhäuser aus Nordrhein-Westfalen können Anfragen über https://virtuelles-krankenhaus.nrw/ an das Virtuelle Krankenhaus richten.