coobi care gewinnt beim Nationalen Fachkongress Telemedizin  

DGTelemed zeichnet innovative Projekte für digitale Gesundheitsversorgung aus

Berlin, Mai 2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) hat im Rahmen des Nationalen Fachkongresses Telemedizin vom 04.-05. Mai 2026 im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin den diesjährigen Telemedizinpreis verliehen. Sieben Finalistinnen und Finalisten präsentierten ihre Projekte in einem Science-Slam-Format vor dem Fachpublikum. Ausgezeichnet wurden innovative Lösungen aus den Bereichen telemedizinische Suchtnachsorge, Lebensqualitätsforschung und digitale Schmerztherapie.

Den ersten Platz belegte das Projekt „coobi care“ von Dr. med. Julian Kruse, Gründer und Chief Medical Officer der Stigma Health GmbH. Die integrierte Plattform unterstützt die telemedizinische Nachsorge von Menschen mit substanzbezogenen Suchterkrankungen und ermöglicht eine kontinuierliche, niedrigschwellige Betreuung nach Akuttherapie oder Entgiftung. Ziel ist es, Versorgungslücken zu schließen und Rückfälle durch digitale Begleitung frühzeitig zu verhindern. „Sucherkrankungen sind chronisch, die Versorgung ist es nicht“, so Kruse. „coobi schließt diese Lücke mit kontinuierlichem Monitoring, das Betroffene stärkt und gezielt telemedizinische Interventionen ermöglicht.“

Der zweite Platz ging an das Innovationsfondsprojekt „Tele-QoL – Settingsensitive Konzeptualisierung und Erfassung der Lebensqualität in der telemedizinischen Versorgung“ von Dr. Klara Greffin (Universität Greifswald) und Prof. Dr. Holger Muehlan (HMU Erfurt). Das Projekt entwickelt wissenschaftliche Ansätze, um Lebensqualität in telemedizinischen Versorgungssituationen differenziert zu erfassen und damit die patientenzentrierte Evaluation digitaler Anwendungen weiterzuentwickeln.

Den dritten Platz belegte „Herodikos plus“, vorgestellt von Dr. Thomas Frenken, Geschäftsführer der Herodikos GmbH, sowie Jochen Blaser von der Techniker Krankenkasse Niedersachsen. Das Projekt verbindet multimodale digitale Therapieangebote mit integrativer Versorgung bei Schmerzen des Muskel-Skelett-Systems.

Auch die weiteren Finalistinnen und Finalisten verdeutlichten die große Bandbreite telemedizinischer Anwendungen:

  • „ET4Care – Electronic Training 4 care“ (Rotary Club Witten-Hohenstein / Marienhospital Witten) stellte digitale Trainings- und Schulungskonzepte für Pflege und Gesundheitsversorgung vor.
  • „NahCare Jena – Transfer Stadt zu Land“ (Stadtwerke Energie Jena-Pößneck) präsentierte einen Telemedizinraum zur wohnortnahen Überbrückung von Versorgungslücken in ländlichen Regionen.
  • Die „Telemedizinische Versorgung der Pflegeheime in der Region Traunstein“ (TUM Klinikum Rechts der Isar) zeigte telemedizinische Konsile für Pflegeeinrichtungen.
  • „eHealth-COMPATH“ (solimed Unternehmen Gesundheit GmbH & Co. KG), Innvoationsfondsprojekt, entwickelt partizipative Strategien zur erfolgreichen Implementierung von eHealth-Lösungen in die Patientenversorgung.

Moderiert wurde der Science Slam von den DGTelemed-Vorstandsmitgliedern Dr. med. Daniel Dumitrescu und Dr. med. Franz Bartmann.

„Die diesjährigen Finalprojekte zeigen eindrucksvoll, wie innovativ, praxisnah und patientenorientiert Telemedizin heute gestaltet wird“, erklärte Prof. Dr. med. Gernot Marx, Vorstandsvorsitzender der DGTelemed. „Digitale Versorgungslösungen leisten einen wichtigen Beitrag, um medizinische Angebote besser zugänglich, effizienter und nachhaltiger zu machen. Unser Telemedizinpreis zeigt, wie vielfältig diese Potenziale sind.“

Der Telemedizinpreis wird jährlich von der DGTelemed vergeben. Ausgezeichnet werden Institutionen, Einzelpersonen oder interdisziplinäre Projektgruppen, die sich in besonderem Maße um die Weiterentwicklung telemedizinischer Versorgung verdient gemacht haben.

 

Bild: DGTelemed

 

Bildunterschrift: Die Finalist:innen für den Telemedizinpreis 2026, begleitet von Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, DGTelemed-Vorstandsvorsitzender – v.l.n.r. Dr. med. Julian Kruse von coobi care (1. Platz), Mandy Steinbrück von NahCare Jena, Andreas Junge, Dr. med. Rita Wietfeld und Prof. Dr. Dr. Heiko Sorg von ET4Care, hinten: Dr. Thomas Frenken und Jochen Blaser von Herodikos plus (3. Platz), vorne: Ute Stern und Mark Kuypers von eHealth-COMPATH, Dr. Klara Greffin von Tele-QoL (2. Platz) und Dorit Proell vom Projekt der telemedizinischen Versorgung von Pflegeheimen in der Region Traunstein.