eine Meldung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

PraxisBarometer Digitalisierung: Vorstellung der Befragungsergebnisse 

Berlin, März 2026 – Zum achten Mal untersuchte die KBV, wie es um die Digitalisierung in den Praxen steht: Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung fragt sie die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nach ihren Erfahrungen und Erwartungen. Hier finden Sie die Ergebnisse der bundesweiten Umfrage 2025.

Digitale Anwendungen: Zufriedenheit steigt

Die Zufriedenheit mit den am häufigsten im Versorgungsalltag genutzten digitalen Anwendungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass der Aufwand, an vielen Stellen in die Fehlerbehebung zu investieren, sich auszahlt. Ein wesentlicher Faktor ist aber auch das große Engagement der Praxen: Sie haben viel getan, um die neuen Anwendungen in ihre Praxisabläufe zu integrieren.

eArztbrief: nutzen 87 Prozent der Praxen

Der Anteil der Praxen, die den eArztbrief nutzen, ist seit 2018 von 13 auf 87 Prozent gestiegen. Hierbei gab es allein im letzten Jahr eine Steigerung um zehn Prozent. Da der Versand von Arztbriefen nicht für alle Arztgruppen die gleiche Relevanz hat, ist der Anteil der Praxen, die eArztbriefe versenden, etwas geringer.

Sektorübergreifende digitale Kommunikation: größter Nutzen im Krankenhausentlassbrief erwartet 

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung der Praxen wird der Nutzen, der im digitalen Austausch mit den Krankenhäusern gesehen wird, immer größer. Die Realität hinkt der Nutzeneinschätzung in diesem Bereich allerdings weit hinterher: Während 85 Prozent der Praxen einen hohen Nutzen in der digitalen Übermittlung von Krankenhausentlassbriefen sehen, erhalten nur 15 Prozent der Praxen diese tatsächlich digital.

ePA: gemischte Zufriedenheit mit Funktionen

Die unterschiedlichen Funktionen der ePA bewerten die Praxen unterschiedlich gut. In den nächsten Monaten muss nun im engen Austausch mit den Niedergelassenen daran gearbeitet werden, alle relevanten Funktionen der ePA zu verbessern, um einen reibungslosen Einsatz im Praxisalltag möglich zu machen.

ePA: Zufriedenheit mit Umsetzung und Nutzbarkeit PVS-abhängig 

Erste Rückmeldungen der Praxen, die zum Zeitraum der Befragung bereits Erfahrungen mit der ePA hatten, deuten darauf hin, dass die Zufriedenheit mit der Umsetzung auch vom genutzten PVS abhängt.

Elektronische Signatur: wird schneller, dauert in vielen Praxen aber immer noch zu lang

Nachdem die Praxen in den letzten Jahren immer wieder über eine zu lange Signierdauer berichtet hatten, zeigt sich in diesem Bereich nun eine leichte Verbesserung. Auf Drängen von KBV und gematik haben mehrere PVS-Hersteller seit der letzten Befragung die Prozesse bei der digitalen Signatur optimiert. Da noch immer fast 30 Prozent der Praxen mehr als 15 Sekunden für die digitale Signatur benötigen, müssen die Analyse und die Behebung von Problemen in diesem Bereich aber fortgesetzt werden.

TI-Störungen: wöchentlich oder täglich bei mehr als der Hälfte der Praxen

Die Häufigkeit von TI-Störungen ist in den letzten Jahren gleichbleibend hoch. Noch immer berichten mehr als die Hälfte der Praxen, dass sie täglich oder wöchentlich von Störungen betroffen sind. Um die fortschreitende Digitalisierung des Gesundheitswesens zum Erfolg zu führen, muss in diesem Bereich mehr Stabilität und Verantwortlichkeit geschaffen werden.

PVS: deutliche Unterschiede bei Zufriedenheit

Deutliche Unterschiede zeigen sich in verschiedenen Bereichen bei der Zufriedenheit mit dem Praxisverwaltungssystem (PVS). Die KBV fordert, hier für die Praxen mehr Markttransparenz, eine durch kostenfreie Interoperabilität verbesserte Datenportabilität sowie finanzielle Anreize zu schaffen, damit ein Wechsel möglich wird.

Den ausführlichen Artikel inkl. Infografiken finden Sie auf der Website der KBV.

Bild: ZTG GmbH